Gwadriga und Füller trennen sich – neue Führung

Ralfdieter Füller ist noch bis zum 30. Juni 2019 einer der beiden Geschäftsführer des Gateway-Administration-Dienstleisters Gwadriga. Bild: © Gwadriga

Micha Elies leitet bei dem Gateway-Administration-Dienstleister Gwadriga die Operations und gehört der (erweiterten) Geschäftsleitung an. Bild: © Gwadriga

Michał Sobótka ist ein Gründungsgeschäftsführer des Gateway-Administration-Dienstleisters Gwadriga, vom 1. Juli 2019 an Alleingeschäftsführer. Bild: © Gwadriga

Christian Unger leitet bei dem Gateway-Administration-Dienstleister Gwadriga die Services und gehört deren (erweiterter) Geschäftsleitung an. Bild: © Gwadriga

Michał Sobótka ist vom 1. Juli an der einzige Chef. Der Gateway-Administration-Dienstleister in interkommunalem Besitz verpasst sich nach drei Jahren Aufbau eine schlankere Spitze. Er trennt sich vom anderen Gründungsgeschäftsführer Ralfdieter Füller.

Gwadriga aus Berlin, ein Full-Service-Dienstleister für Gateway-Administration und Messdatenmanagement, hat am Montag – nur eine Woche vor Inkrafttreten – eine schlankere Führungsstruktur angekündigt: Gründungsgeschäftsführer Ralfdieter Füller (52) scheidet zum Monatsende "im Rahmen dessen" aus. Sein Kollege Michał Sobótka (39) wird Alleingeschäftsführer. Sobótka verantwortet weiter Vertrieb und Produktmanagement. Er bildet mit den Führungskräften Micha Elies (Operations), Christian Tellkamp (Kaufmännisches) und Christian Unger (Services) weiterhin eine "erweiterte Geschäftsleitung". Zwei Projektleiter, die bisher Füller zugeordnet waren, berichten nun an Unger, so Sobótka zur ZfK.

Die Gwadriga-Gesellschafter Rheinenergie, Westfalen-Weser Netz und EWE sprachen Füller ihren Dank für die "Aufbauarbeit" in dem 2016 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen aus: Er habe "den operativen Aufbau von Gwadriga und die Zertifizierung des Unternehmens als einen der allerersten Gateway-Administratoren maßgeblich verantwortet, erfolgreich gestaltet und das Unternehmen unter schwierigsten Rahmenbedingungen für den anstehenden Smart Meter Rollout fit gemacht". Auch Füller äußerte sich positiv: Gwadriga werde in den kommenden Jahren als einer der großen Gateway-Administratoren und Anbieter von Mehrwertdiensten eine wesentliche Rolle im Smart-Metering-Markt spielen. Laut seinem bisherigen Kollegen Sobótka empfahlen beide nach Abschluss der Aufbauarbeit den Übergang vom Duo zu einer Alleingeschäftsführung, und die Gesellschafter entschieden dann zwischen ihnen.

Gwadriga deckt schon zehn Prozent ab

Als eines der ersten Unternehmen überhaupt hatte MItgesellschafter Westfalen-Weser Netz mit Unterstützung von Gwadriga gerade das erste zertifizierte Smart Meter Gateway in Betrieb genommen und war damit in den Smart Meter Rollout gestartet. Insgesamt werde der Full-Service-Anbieter für die Gateway-Administration am Ende des Rollouts mit mehr als 4,1 Mio. Zählpunkten und rund 550.000 intelligenten Messsystemen (iMSys) mehr als zehn Prozent der deutschen Pflichteinbauten administrieren, hieß es.

Alle drei Gesellschafter bekräftigten laut Mitteilung ihr Bekenntnis zum "langfristig angelegten" Geschäftsmodell Gwadrigas und zum Aufbau weiterer Mehrwertdienste. "Zudem sind wir mit weiteren potenziellen Kunden in Gesprächen, so dass wir zuversichtlich sind, unseren Marktanteil bis zum Start des Rollouts weiter ausbauen zu können", so Michał Sobótka. Der ZfK teilte er mit Bezug auf die 20-köpfige Belegschaft mit: "Es wird bei Gwadriga keine Einschnitte bei den Mitarbeitern geben! Wir benötigen die aktuelle Mannschaft allein schon, um die laufenden Projekte im Umfeld der Gateway-Administration, des CLS(Controllable-Local-Systems)-Managements und der damit verbundenen Mehrwertdienste weiter voranzubringen."

Gwadriga: Rollout wohl von Herbst an

Er rechne mit dem Rollout, also dem flächendeckenden Ausrollen der Pflichteinbauten, sobald drei Hersteller zertifiziert sind, für diesen Herbst. Bisher sind nur intelligente Messsysteme (iMSys) von PPC zugelassen. Sobótka geht von weiteren Unternehmens-Ankündigungen im Umfeld der Metering Days vom 9. bis 10. Oktober in Fulda aus: "Dann brauchen wir ein eingespieltes Team, um die erste große Welle der Einbauten sauber umsetzen zu können." Für das nun anstehende Projekt-Fullfillment genüge aber eine verschlankte Geschäftsführung. Eine andere kommunale Kooperation, Trianel aus Aachen, hatte im Mai für Ende dieses Jahres den Ausstieg aus dem Smart Metering angekündigt. (geo)


Die Meldung wurde am 25. Juni 2019 nach Hinweisen des Unternehmens aktualisiert. Es wurde klargestellt, dass Michał Sobótka vom 1. Juli 2019 an Alleingeschäftsführer ist, dass die erweiterte Geschäftsleitung vorher schon personengleich bestand und welche Neuausrichtung hinter dem Personalwechsel steht. (geo)