Das Energiebarometer 2019 zeigt mehrere Veränderungen in den befragten Haushalten.
Bild: © Rüdiger Nehmzow/KfW-Bildarchiv

KfW-Barometer 2019: Wunsch nach mehr Erneuerbaren Energien

Es besteht mehr Veränderungswillen in den Haushalten. Das Bewusstsein für einen Wechsel zu erneuerbaren Energien wächst zunehmend.

Das KfW-Energiewendebarometer 2019 misst bei Haushalten in Deutschland einen deutlichen Veränderungswillen bezüglich ihrer Energieversorgung. Rund 80 Prozent der Haushalte sind bereit, etwas an ihrer Energieversorgung zu ändern. Mehr als 60 Prozent möchten mehr Erneuerbare nutzen oder die Energie sogar selbst erzeugen.

"Das sind gute Voraussetzungen. Denn der weitere Einsatz von erneuerbaren Energien in den privaten Haushalten ist dringend vonnöten, da sich die eingesparte Menge an Treibhausgasemissionen auch im bereits erfolgreichen Gebäudebereich noch einmal deutlich steigern muss, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2030 zu erreichen," sagt Daniel Römer, Senior Economist bei der KfW Bankengruppe.

Die Energiewende in Haushalten findet vor allem auf dem Land statt

Bei der Verteilung der betrachteten Energiewendetechnologien in Deutschland fällt auf, dass sich derzeit insbesondere die Wohneigentümer und zudem verstärkt Haushalte in ländlichen Regionen an der Energiewende beteiligen. Lücken bestehen somit insbesondere bei Mietern und in der Stadt. Ein Hauptgrund hierfür ist der mangelnde Erfahrungsaustausch der Großstädter untereinander. Eine mögliche Maßnahme zur Beschleunigung der Energiewende in den Städten kann die Etablierung von Netzwerken zum Erfahrungsaustausch sein.

Auch bezüglich der Mobilität stehen bei den Haushalten Veränderungen an. Jeder vierte Haushalt plant, in zehn Jahren ein Elektroauto zu fahren. Heute verfügen nur rund ein Prozent der Haushalte über ein Hybrid- oder E-Auto. 

Geringe Anzahl an Ladestationen

Als zentrales Hemmnis für die stärkere Verbreitung von E-Autos geben die Haushalte neben dem hohen Anschaffungspreis eine zu geringe Anzahl von Ladestationen an. Nur rund ein Viertel der Ladevorgänge finden dabei an öffentlicher Ladeinfrastruktur statt. Daher ist der Ausbau privater Ladeinfrastruktur ein zentraler Faktor.

Die baulichen Grundvoraussetzungen scheinen vielerorts gegeben: 36 Prozent der Haushalte mit Auto gaben an, über einen Stellplatz mit Steckdose zu verfügen, weitere 46 Prozent haben einen festen Stellplatz für ihr Auto. Hinzu kommen die Stellplätze beim Arbeitsplatz. Durch entsprechende Förderung sollte es möglich sein, die bestehende Elektrik zu ertüchtigen oder zu erweitern - und so einem Großteil der Haushalte Zugang zu ausreichender Ladeinfrastruktur zu ermöglichen.

Jeder zweite Haushalt für eine Tempo-30-Zone

In den Städten besteht auch bezüglich der Verkehrsbelastung Handlungsbedarf. Drei Viertel der deutschen Haushalte lehnen jedoch eine City-Maut ab, ebenso wie eine Erhöhung der Parkgebühren. Kommunen, die diese Maßnahmen zur effizienteren Raumnutzung anstreben, sollten Möglichkeiten entwickeln, um die Bürger von Sinn und Zweck dieser Maßnahmen zu überzeugen - etwa durch ein schlüssiges Gesamtkonzept.

In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass nur rund 20 Prozent der Haushalte dem grundsätzlichen Ziel der Verkehrsvermeidung ablehnend gegenüber stehen. Jeder zweite Haushalt würde sogar den Ausbau von Tempo-30-Zonen unterstützen. Deshalb ist es wichtig, die Kommunen bei der Entwicklung ganzheitlicher und auf die Bürger abgestimmter Konzepte zu unterstützen, die etwa die Mitteleinnahmen aus City-Maut und Parkgebühren für den Ausbau des ÖPNV sowie der Fahrrad- und Fußwege vorsehen. Für die repräsentative Umfrage wurden insgesamt 4000 Haushalte in Deutschland zum Thema Energiewende befragt. (bh)