Neuhaus verlässt RWE

Die kommunalen Anteilseigner sind verärgert über den Schritt von RWE.

Im Zuge der Neustrukturierung des RWE-Konzerns legt Dr. Arndt Neuhaus, Vorsitzender des Vorstandes der RWE Deutschland AG, sein Mandat zum 31. Januar 2016 im besten Einvernehmen mit dem RWE-Konzern vorzeitig nieder. Dies berichtet der Konzern in einer Pressemitteilung. Der promovierte Chemiker und Diplom-Kaufmann wird nach mehr als 14 Jahren in Diensten von RWE aus dem Konzern ausscheiden.

"Wir danken Arndt Neuhaus für seine erfolgreiche Arbeit bei RWE. Er ist ein exzellenter Energiemanager, der die Weiterentwicklung des Vertriebs- und Verteilnetzgeschäftes maßgeblich mit geprägt hat", sagte Dr. Rolf Martin Schmitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RWE AG und COO des Konzerns sowie Aufsichtsratsvorsitzender der RWE Deutschland AG.

Auch Neuhaus äußert sich in der Pressemitteilung: "Es hat mir in den letzten Jahren große Freude gemacht, zusammen mit exzellenten Kollegen und Mitarbeitern den Weg des Unternehmens in eine neue und innovative Ära erfolgreich und leidenschaftlich gestalten zu dürfen. Ich danke allen Beteiligten und wünsche Ihnen bei den anstehenden Herausforderungen eine glückliche Hand und für die Zukunft alles Gute".

Neuhaus muss den Konzern verlassen, da er in einem Machtkampf mit Aufsichtsrat Manfred Schneider und Vorstandssprecher Peter Terium unterlag, berichtete das "Handelsblatt". Neuhaus war der Mann der an RWE beteiligten Stadtwerke. Sie wollten auch den ehemaligen Wirtschaftsminister Werner Müller an der Aufsichtsratspitze postieren.

Die kommunalen Anteileigner sind verärgert: "Der Abgang ist nicht nachzuvollziehen", sagte ein einflussreicher Vertreter dem "Handelsblatt". Und weiter: "Neuhaus war der Einzige, der das kommunale Geschäft verstanden hat, und richtig gut." Der zitierte Vertreter beschrieb die Stimmung unter den kommunalen Aktionären, die knapp ein Viertel der Aktien halten, mit "Wut und Empörung". (al)