Niedersachsen: Agroindustrie ist das Hauptproblem

Das Land Niedersachsen hat der Wasserwirtschaft versichert, die aufsichtsrechtlichen Möglichkeiten der Düngeverordnungs-Novelle auszuschöpfen.

"Die intensive landwirtschaftliche Nutzung ist für Natur, Böden und Gewässer in Niedersachsen die größte Herausforderung", sagte Gundela Nostiz, stellvertretende Abteilungsleiterin im niedersächsischen Umweltministerium, gestern auf der Osnabrücker Wasserfachtagung. Sie nahm mit ihrer Aussage Bezug auf Nitrat- und andere Nährstoffüberschüsse sowie Mikroschadstoffeinträge aus Tierarznei- sowie Pflanzenschutzmitteln ins Trinkwasser. Das geht aus einer Pressemitteilung der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen im Verband kommunaler Unternehmen hervor.

Niedersachsen werde "strikt auf Qualitätskriterien und Kontrolle setzen" und die Möglichkeiten der zu novellierenden Düngemittelverordnung (DüV) ausschöpfen, versprach die für Grundsatzangelegenheiten der Wasserwirtschaft und des Bodenschutzes hauptzuständige Beamtin Nostiz. Das in Teilen höchst nitratbelastete Land Niedersachsen wolle den Einsatz von Dünger und die Nährstoffverbringung begrenzen.

In der Vollstreckungspraxis der alten DüV gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Spitzenkräfte der baden-württembergischen Wasserwirtschaft etwa hatten der dortigen Landwirtschaftsverwaltung im vergangenen Jahr vorgeworfen, sogar das geltende Recht zugunsten von Bauern zu brechen. Die DüV-Novelle hakt am Widerstand des CSU-regierten Bayern gegen eine Hoftorbilanz.

Die 25. Ausgabe der Osnabrücker Wasserfachtagung wurde von knapp 100 Vertretern der Behörden und der Wasserwirtschaft besucht. Sie stand unter der Leitfrage "Können wir unser Leitungswasser noch lange trinken?" (geo)


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