Der ehemalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler soll in den Aufsichtsrat von Fortum gewählt werden.
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Rösler wird Aufsichtsrat von Fortum

Der Nominierungsausschuss der Fortum-Anteilseigner hat den ehemaligen Politiker als Aufsichtsrat vorgeschlagen. Die Wahl findet bei der Hauptversammlung am 26. März statt. Fortum steht vor der Aufgabe, das schwierige Verhältnis zur Uniper-Beteiligung zu klären.

Der ehemalige Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) soll in den Aufsichtsrat des finnischen Energieversorgers Fortum einziehen. Der Nominierungsausschuss der Anteilseigner hat den 46-Jährigen für die Wahl in das Aufsichtsgremium vorgeschlagen. Sie findet im Rahmen der Hauptversammlung am 26. März statt.

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war Rösler von Februar 2014 bis November 2017 ein Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung World Economic Forums in der Schweiz. Seit Dezember 2017 leitet der gebürtige Südvietnamese die Hainan Cihang Charity Foundation mit Sitz in New York, die gemeinnützige Stiftung des chinesischen Mischkonzerns HNA. Er ist außerdem Aufsichtsrat bei Siemens Healthineers und bei der Bertelsmann Stiftung.

Verfahrene Situation zwischen Fortum und Uniper

Eine der Hauptaufgaben von Rösler als Fortum-Aufsichtsrat dürfte sein, Bewegung in die verfahrene Situation zwischen Fortum und Uniper zu bringen. Der deutsche Kraftwerksbetreiber steht auch personell vor einer schwierigen Situation. Denn der erkrankt pausierende Vorstandschef Klaus Schäfer sowie Finanzchef Christopher Dellbrück haben ihren Rücktritt für den Sommer angekündigt.

Zu dem schwelenden Streit mit Fortum sagte Uniper-Vorstand Eckhardt Rümmler auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag (12. März), dass erste Gespräche mit dem Großaktionär stattgefunden hätten. Man sei aber noch in einem sehr frühen Stadium. Dabei soll es keine Tabus geben. Beide Seiten seien sich einig, dass es kein vorgegebenes Ergebnis der Gespräche geben werde, sagte Rümmler: "Wir starten mit einem weißen Blatt Papier." Allerdings räumte er auch ein: "Jeder von uns hat eine andere Vorstellung davon, wie die Beziehung aussehen könnte."

Fortum hält knapp 50 Prozent an Uniper

Fortum hatte Mitte des vergangenen Jahres den Anteil von Eon von 46,65 Prozent übernommen und hält aktuell knapp unter 50 Prozent. Das Management von Uniper hatte sich lange gegen die Übernahme gewehrt, den Widerstand dann jedoch aufgegeben. Doch aus Ankündigungen, mit Fortum verschiedene Möglichkeiten für eine Kooperation zu prüfen, wurde bis heute nichts. Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte sich mehrfach frustriert über die fehlende Kooperation gezeigt.

Einer der Kernpunkte des Streits ist die russische "Giftpille", die eine vollständige Übernahme derzeit unmöglich macht. Die russischen Behörden hatten bei der Genehmigung die Auflage verhängt, dass Fortum nicht mehr als 50 Prozent übernehmen darf. Dabei geht es um das Geschäft mit Wasseraufbereitung von Uniper, das Russland als "strategisch" einstuft. Lundmark hatte den Vorwurf erhoben, das Uniper-Management habe in Russland aktiv gegen den Deal mit Eon gearbeitet.

Welche Rolle spielt der Hedgefonds Elliott?

Der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott hatte daraufhin auf der Uniper-Hauptversammlung im vergangenen Jahr eine Sonderprüfung des Sachverhalts beantragt. Elliott hält letzten Angaben zufolge direkt und mittels Finanzinstrumenten 17,84 Prozent an Uniper. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass sich Fortum mit Elliott verbünden könnte.

Auch dieses Geschäft ist nun Gegenstand der Gespräche – bei einer Einigung könnte der Weg für eine mögliche Komplettübernahme doch noch frei werden. Rümmler wollte sich dazu nicht äußern. Ob Uniper bald nur eine deutsche Tochter von Fortum sein werde, sei "kein Thema, über das wir aktuell nachdenken".  (hp/dpa)