Vollstau wieder erreicht: Talsperre Einsiedel
Bild: © Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Kirsten J. Lassig

Sachsen: Talsperre Einsiedel wieder in Betrieb

Die Instandsetzung der historisch interessanten und für die heutige Wasserversorgung unverändert wichtigen Talsperre Einsiedel ist abgeschlossen. Es wurden Sedimente abgebaut.

Nach zwei Jahren Bauzeit ist die Talsperre Einsiedel bei Chemnitz wieder in das System für die Wasserversorgung der Stadt Chemnitz und des erzgebirgischen Vorlandes eingebunden. Mitte Dezember 2018 wurde planmäßig damit begonnen, Wasser in die Talsperre einzuleiten. Mittlerweile ist der Vollstau erreicht. Die Talsperre steht sowohl aus technischer Sicht als auch hinsichtlich der Wassergüte wieder zur Verfügung. Die Baumaßnahmen wurden vom Bund und dem Land Sachsen mit 2,9 Mio. Euro finanziert.

Seit Juni 2017 waren die teilweise über 100 Jahre alten Armaturen im Wasserentnahmeschacht aufwendig instandgesetzt worden. Gleichzeitig wurden etwa 18.000 Tonnen Sedimente vom Seegrund beräumt und entsorgt. Im Vorfeld der Arbeiten musste dafür eine Rohrleitung insbesondere zur bauzeitlichen Wasserhaltung der Talsperre verlegt werden. Die Versorgung des Wasserwerkes Einsiedel konnte, trotz großer Trockenheit 2018, aus dem Talsperrenverbundsystem "Mittleres Erzgebirge" unterbrechungsfrei gesichert werden.

Eine technisch wie historisch bemerkenswerte Talsperre

Die Trinkwassertalsperre Einsiedel wurde zwischen 1891 und 1894 gebaut. Sie ist die erste Talsperre mit Bruchsteinmauer in Sachsen und zählt zu den ältesten in Deutschland. Während der Industrialisierung hatte Chemnitz gegen Ende des 19. Jahrhundert einen enormen Bevölkerungsanstieg erfahren – dies erforderte den Bau. Seitdem ist die Talsperre Hauptlieferant des Wasserwerkes Einsiedel, das etwa ein Drittel des Chemnitzer Stadtgebietes mit Trinkwasser versorgt.

Bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung konnte die Talsperre Einsiedel den stark steigenden Chemnitzer Wasserbedarf nicht mehr decken. Sie wurde deshalb mit den anschließend errichteten Talsperren Neunzehnhain I und Neunzehnhain II zu einem Verbundsystem zusammengeschlossen. Die Ingenieurplanungen für dieses System wurden auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Als Erweiterung kam 1933 die Talsperre Saidenbach hinzu. Diese vier Talsperren bilden heute gemeinsam das "Talsperrenverbundsystem Mittleres Erzgebirge". (sig)