Die Talsperre Rauschenbach liegt nahe der Grenze zu Tschechien und versorgt über ein Leitungssystem unter anderem die Städte Chemnitz, Dresden und Freiberg. Das Speichervolumen beträgt rund 15 Mio. Kubikmeter. Bild: © Norbert Kaiser/Wikipedia

Sachsens Talsperren gut gefüllt

Das Trinkwasser in Sachsen wird nicht knapp. Nach der Dürre füllen sich die Talsperren wieder. Für Trockenzeiten wird ein Konzept erstellt.

In Sachsen war die Versorgung mit Trinkwasser trotz der lang anhaltenden Trockenheit im vergangenen Jahr jederzeit gesichert. Der Freistaat sei mit der Dürre und den Herausforderungen sehr, sehr gut zurecht gekommen, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt am Freitag bei einem Medientermin an der Talsperre Eibenstock. "Die Wasserversorgung war jederzeit gewährleistet", betonte der CDU-Politiker.

Die Trinkwasser-Talsperren in Sachsen hatten im Dezember mit einer Füllmenge von 101 Mio. Kubikmeter (cbm) ihren Tiefststand erreicht. Dies seien 55 Prozent der Maximalmenge gewesen. Ende Januar waren die 23 Trinkwasser-Talsperren bereits wieder zu 80 Prozent gefüllt. Damit betrage die Füllmenge 154 Mio. cbm.

Talsperren besonders wichtig für Sachsens Versorgung

Die Wasserversorgung aus Talsperren spiele in Sachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern eine besondere Rolle, sagte Schmidt. Rund 40 Prozent des Trinkwassers im Freistaat komme aus Talsperren, deutschlandweit betrage der Anteil nur zehn Prozent.

Der Freistaat stecke daher viel Geld in Wartung und Sanierung der Stauanlagen. 2018 sind es nach Ministeriumsangaben sechs Millionen Euro für die Instandhaltung gewesen. "Dieser hohe Aufwand hat dazu beigetragen, dass trotz der Dürre die öffentliche Wasserversorgung im vergangenen Jahr zu jeder Zeit gewährleistet war", sagte Schmidt.

Für die Zukunft planen

Bereits seit 2017 werde in seinem Ministerium eine Wasserversorgungskonzeption 2030 erarbeitet. Der dramatische Trockensommer sei ein wertvoller Input gewesen, um zukunftssicher zu planen, sagte Schmidt.

Ein wichtiger Aspekt dabei sei die bessere Nutzung des Verbundsystems unter den Talsperren, um auf lange Trockenzeiten vorbereitet zu sein. "Dieses System wollen wir mit Blick auf steigende Herausforderungen, die auch im Bereich der Wasserwirtschaft durch den Klimawandel entstehen, noch weiter optimieren", sagte der Minister.

Dresden und Chemnitz sind verbunden

Die Großräume Dresden und Chemnitz sind über Tunnel, Rohrleitungen, Stollen sowie das Pumpwerk Lichtenberg miteinander verbunden. So kann Wasser bei Bedarf umgeleitet werden. Im Rahmen der Konzeption spielt die Talsperre Eibenstock eine wichtige Rolle in den Überlegungen, um das regional unterschiedliche Wasserangebot flexibler und effektiver zu nutzen. Sollte Sachsens größte Talsperre zum Beispiel mehr Wasser in den Chemnitzer Raum abgeben, könnte mehr Trinkwasser im Dresdner Raum verbleiben.

Die Talsperre Eibenstock hat ein Fassungsvermögen von 64 Mio. cbm. Derzeit sind mehr als 53 Mio. cbm aufgestaut. Nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung (LTV) liegen noch 30 Mio. cbm Wasser in Form von Schnee im Einzugsgebiet. Rund ein Drittel davon werde bei der Schneeschmelze ins Staubecken fließen. "Bei 10 Mio. cbm sind wir im Frühjahr voll", sagte Eckehard Bielitz, Fachbereichsleiter Wasserwirtschaft der LTV. (dpa/al)