Nach der Preisverleihung: (v.l.n.r.) Jarno Wittig (VKU Akademie), Katherina Reiche (VKU), Klaus Hinkel (ZfK), Sören Högel ( Stadtwerke Wuppertal), Jürgen Schaffner ( Stadtwerke Lübeck), Christian Huth ( Stadtwerke Lübeck), Christian Reinert (Stadtwerke Trier), Arndt Müller (Stadtwerke Trier), Sven Becker(Trianel GmbH)
© Trianel

Stadtwerke Award 2018: Lübeck, Wuppertal & Trier auf dem Siegertreppchen

Mit der Digitalisierung und Daseinsvorsorge der Zukunft ans Ziel: Die drei Versorger haben sich beim Stadtwerke Award 2018 gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

„Stadtwerke entwickeln ein neues Verständnis von moderner Daseinsvorsorge, in dessen Zentrum weiterhin der Kunde steht und sie denken systemisch, spartenübergreifend. Die Gewinner des Stadtwerke Award 2018 sind zu Recht "Stadtwerke der Zukunft“, betonte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, in ihrer Laudatio bei der Verleihung der Auszeichnung am Dienstag auf dem VKU-Stadtwerkekongress in Köln. Der Stadtwerke Award ist eine Initiative vom VKU, der ZfK und der Stadtwerke-Kooperation Trianel. "Die Gewinner 2018 gehen hier mit Vorbildprojekten voran und beeindrucken durch Ideenvielfalt und Mut zur Umsetzung“, betont Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung bei Trianel.

Diesmal setzen sich die Stadtwerke Lübeck mit ihrem Projekt „OutSteP“ gegen die 30 Mitbewerber durch. Der Versorger aus dem hohen Norden hat durch die Digitalisierung seiner Kundendienstprozesse die Servicequalität deutlich erhöht und Personalkosten gespart. Alle Kundenanliegen, egal, ob sie per Mail, Telefon oder App eintrudeln werden über eine zentrale Plattform gesteuert, gezählt und gemessen. Damit die Mitarbeiter über alle Vorgänge informiert sind, bekommen sie sogenannte Push-Meldungen auf ihren PC. Um die Kundenzufriedenheit zu überprüfen, wird das Projekt durch Call-Recordings und automatisierte Kundenbefragungen flankiert.

Blockchain und vielseitige Energieversorgung

Mit diesem digitalen Konzept des Kundenservices haben die Lübecker nicht nur die Jury aus Medienvertretener, Wissenschaftlern, Wirtschaft und Politik überzeugt, sondern auch die ZfK-Leser. Die Ergebnisse des Publikumsrankings flossen zu einem Drittel in das Endergebnis ein. Auf dem zweiten Platz rangieren die Wuppertaler Stadtwerke mit dem Modell „Tal.Markt – der Blockchain-Markt für den Ökostrom“: Der Versorger verknüpft den Vertrieb, das Bilanzkreismanagement, die Direktvermarktung und den wettbewerblichen Messstellenbetrieb auf einer gemeinsamen Plattform. Sowohl Privat- als auch Gewerbekunden können sich ihren Strommix aus den regionalen Erneuerbare-Energien-Anlagen selbst zusammenstellen.

Als Drittplatzierte dürfen sich die Stadtwerke Trier über einen Award freuen. Im Rahmen des Projekts „Energie und Technikpark – gemeinsam Mehrwert entwickeln“ bauen die Trierer ein möglichst klimaneutrales Gewerbegebiet. Nachdem die Kläranlage vor Ort ihren Energiebedarf durch zwei BHKW, mehrere PV-Anlagen und eine Wasserkraftanlage seit 2016 vollständig autark deckt und sogar noch Energie übrig hat, soll sie nun auch die Nachbarschaft mitversorgen. Dazu entsteht derzeit ein gemeinsamer Betriebshof der Stadt und Stadtwerke. Der Energiebedarf des rund 43 000 Quadratmeter großen Areals sollen durch Überschüsse des Klärwerks gedeckt und durch weitere Erzeugungsanlagen ergänzt werden. (ls)