Die Stadtwerke Schwäbisch Hall betreiben auch Parkbewirtschaftung. Mit Bündelprodukten wollen sie Kunden künftig ganzheitlich ansprechen.
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Stadtwerke Schwäbisch Hall sehen Bündelprodukte als Chance

Das Unternehmen setzt seine Dienstleistungsstrategie konsequent fort. Mit der IT-Tochter Somentec nimmt man jetzt spartenübergreifende Angebote in den Blick. Zudem stehen Beteiligungen an Start-ups an.

„Stadtwerke möchten aktuelle Herausforderungen mit Lösungen von gestern angehen“, beschreibt Helmut Edelmann von Ernst & Young die heutige Situation aus seiner Sicht. Gefragt seien im Kontext der Digitalisierung jedoch mehr Tempo sowie neue Strukturen und Prozesse. Die Unternehmensberatung hatte in ihrer Stadtwerkestudie 2017 ermittelt, dass eine zunehmende Anzahl von Unternehmen die damit zusammenhängenden Herausforderungen als Bedrohung wahrnimmt. Laut Edelmann liegt dies einerseits daran, dass das Thema zunehmend präsenter in der Branche wird und andererseits insbesondere kleinere Stadtwerke das Gefühl hätten, hier nicht mehr mithalten zu können.

Olaf Polak von der IT-Schmiede Somentec Software sieht noch ein anders Problemfeld. Bei vielen Unternehmen sei die verwendete Software zu statisch. Dort wo zunehmend spezialisierte IT-Lösungen gefragt seien, setzten Stadtwerke auf einen Dienstleister der alles regelt, sagte Polak bei einem Pressegespräch auf der Branchenmesse E-World.

Ganzheitliche Kundenansprache

Auf der anderen Seite benennt der Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall, Ronald Pfitzer, neue Chancen für Querverbundunternehmen. Er sieht diese vor allem in IT-Lösungen, die alle Sparten integrieren. Diese Portallösungen machen es möglich, künftig entsprechende Bündelprodukte einfacher anbieten zu können. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall betreiben nicht nur das lokale Strom-, Gas-, und Wärmenetz sondern auch die Parkhäuser. „Wir brauchen eine ganzheitliche Ansprache der Kunden über alle Sparten hinweg“, betont Pfitzer, der auch Geschäftsführer von Somentec ist. 2013 hatten die Stadtwerke die Mehrheit am IT-Anbieter übernommen.

Darüber hinaus sind Stadtwerke laut Pfitzer prädestiniert, für neue Aufgaben bei ihren Eigentümern. Mit Blick auf Smart Citys und die Digitalisierung allgemein seien sie hier als Dienstleister von Städten und Gemeinden gefragt. Dabei sieht der Stadtwerke-Chef sein Unternehmen gut aufgestellt.Immerhin ist etwa die Hälfte der rund 500 Mitarbeiter mittlerweile im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Und diese Kompetenz soll ausgeweitet werden. Pfitzer kündigte auf der E-World an, sich an Start-ups zu beteiligen. Mit zwei Unternehmen befinde man sich hier in konkreten Gesprächen. (mn)