Der SPD-Politiker Martin Börschel soll hauptamtliches Mitglied der Stadtwerke Köln werden. Das Bild zeigt ihn bei einer Fachtagung des Unternehmens.
Bild: © Martin Börschel

SW Köln erhalten hauptamtlichen Geschäftsführer

Der designierte starke Mann, Martin Börschel, war bis vor kurzem als Chef der SPD-Landtagsfraktion im Gespräch. Wie die neue Führungsstruktur der Stadtwerke im Einzelnen aussehen soll.

Der Stadtwerke Köln Konzern (dazu gehören unter anderem die Rheinenergie, die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln) will die konzernweite Zusammenarbeit stärker fördern, insbesondere beim Aufbau branchenübergreifender Geschäftsfelder. Deshalb soll die Holdinggesellschaft, die Stadtwerke Köln GmbH (SWK), eine neue Führungsstruktur erhalten. Bisher wurde die SWK ausschließlich nebenamtlich aus den Konzerngesellschaften heraus geleitet, das soll sich nun ändern. Der Ständige Ausschuss des Aufsichtsrats hat in seiner Sitzung am gestrigen Dienstag den bisherigen SWK-Aufsichtsratsvorsitzenden und  SPD-Landtagsabgeordneten Martin Börschel (45) als hauptamtliches Mitglied der Geschäftsführung vorgeschlagen.  Der Jurist soll die neu geschaffene Stelle im Oktober antreten. Außerdem ist Timo von Lepel, Mitglied der Geschäftsführung der Telekommunikationsgesellschaft Netcologne, als zusätzlicher nebenamtlicher Geschäftsführer vorgesehen, dies bereits ab August diesen Jahres. Der Aufsichtsrat wird zeitnah über die Personalien und die neue Struktur beschließen. Stimmt er dem Vorschlag zu, würde die SWK-Geschäftsführung vergrößert und bestünde künftig aus vier Mitgliedern. Mitglieder des Gremiums sind bereits Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp
und der Vorstandsvorsitzende der KVB, Jürgen Fenske – beide nebenamtlich.

"Schnittstelle zur Stadt Köln"

Die Holdinggesellschaft SWK nimmt für die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns koordinierende und strategische Aufgaben wahr, unter anderem in Bereichen wie Konzerncontrolling, Finanzen, Steuern, Beteiligungs- und Immobilienmanagement, aber auch Verbands- und Lobbytätigkeiten.Der neue hauptamtliche Geschäftsführer soll sich künftig um die übergreifenden Konzerninteressen und die Schnittstelle zur Stadt Köln kümmern. Darüber hinaus würden durch die Neuorganisation feste Strukturen für eine konzernweite Zusammenarbeit geschaffen. Mit haupt- und nebenamtlichen Geschäftsführern würde künftig ein Team mit breitem Branchen- und Erfahrungswissen aus den Konzerngesellschaften den SWK-Konzern führen, heißt es. Der Fokus der Konzerngesellschaften liege hingegen weiterhin auf den grundlegenden Veränderungsprozessen ihres operativen Geschäfts wie der Digitalisierung oder der Verkehrs- und Energiewende.

Börschel lässt SWK-Aufsichtsratsvorsitz bereits ruhen

Dass der Aufsichtsrat der Empfehlung des Ständigen Ausschusses folgen wird, gilt als sicher. Martin Börschel lässt den Aufsichtsratsvorsitz bei den SWK bereits ruhen. Bei einem heute anberaumten Medientermin erklärte er zudem, sämtliche Mandate im NRW-Landtag und im Kölner Stadtrat Ende September niederzulegen. Der Rechtsanwalt versicherte laut "Kölner Stadtanzeiger" zudem, für die neu geschaffene Stelle bei den SWK ein Auswahlverfahren bei einem Personalberater durchlaufen zu haben. Der einflussreiche Landespolitiker galt bis vor kurzem auch als aussichtsreicher Kandidat für den SPD-Fraktionsvorsitz im Düsseldorfer Landtag. Erst am gestrigen Dienstag hatte er seinen Verzicht erklärt und dabei vor allem das "intransparente Verfahren" kritisiert, mit dem die Parteispitze die künftige Führungsmannschaft der NRW-SPD bestimmen will. (hoe)