Trinkwasserleitung für Breitbandausbau nutzen?

Die EU-Kommission will niemals vorgeschlagen haben, Internetkabel in Wasserleitungen, sondern höchstens neben Wasserleitungen zu verlegen.

Die Europäische Kommission hat jüngst laut dpa dementiert, auch Trinkwasserleitungen für den Ausbau von Breitbandkabeln nutzen zu wollen. Der BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, Martin Weyand, zeigt sich hierüber verwundert. So sehe der Verordnungsentwurf der EU-Kommission explizit vor, zur Senkung der Kosten den Ausbau der Breitbandkabel über die Innen-Nutzung passiver Infrastrukturen wie der Wasserver- und Abwasserentsorgung durchzuführen. So heiße es beispielsweise auf Seite 3 der Verordnung: "Damit Synergien bestmöglich genutzt werden können, richtet sich die Verordnung nicht nur an die Betreiber elektronischer Kommunikationsnetze, sondern auch an die Eigentümer physischer Infrastrukturen, z. B. von Strom-, Gas-, Wasser- und Abwasser- sowie Fernwärme- und Verkehrsanlagen, die Komponenten elektronischer Kommunikationsnetze aufnehmen können."

Der BDEW lehnt Internetkabel in Trinkwasserleitungen ab, da die Trinkwasserqualität durch die Kabel beeinträchtigt werden könne. Modellversuche hätten gezeigt, dass hohe Verkeimungen auftreten können. Deshalb fordert der BDEW die Kommission auf, den Bereich Wasser und Abwasser aus dem Verordnungsvorschlag auszunehmen. (msz)