Die Trinkwasserentnahme ist immer ein Eingriff in die Natur und kann Folgen für die Flora und Fauna haben.
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Trinkwasserprojekt im Bienwald bereitet Naturschützern Sorgen

Ein deutsch-französisches Trinkwasserprojekt am Oberrhein steht in der Kritik einen "der bedeutendsten Niederungswälder" zu bedrohen.

Der Naturschutzverband BUND ist besorgt über ein deutsch-französisches Projekt zur Trinkwasserversorgung am Oberrhein. Die Entnahme großer Mengen von Grundwasser dürfe nicht zu einer Gefährdung des geschützten Bienwaldes führen, mahnte der BUND Südpfalz am Dienstag. "Wenn wir in dieses Gefüge eingreifen, können wir mit wenigen Handgriffen viel kaputtmachen", sagte Vorstandsmitglied Armin Osterheld. Mit seinem Nebeneinander von trockenen und feuchteren Biotopen sei der Bienwald als einer der bedeutendsten Niederungswälder am Oberrhein von hoher Bedeutung für Flora und eine mannigfaltige Insektenfauna.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) überreicht am kommenden Donnerstag einen Förderbescheid des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über rund 2,0 Mio. Euro für das grenzüberschreitende Projekt Pawena (Palatinat Alsace Wasser Eau Nature). Mit Gesamtkosten von etwa vier Mio. Euro sollen vier Unternehmen bis August 2022 eine vernetzte Trinkwasserinfrastruktur errichten. Ziel ist ein gegenseitiger Austausch von Trinkwasser zwischen dem Nordelsass und der Südpfalz, wobei die Wasserversorgung auch in Trockenzeiten sichergestellt werden soll.

Genehmigungsdirektion: Keine Beeinträchtigung

Dabei gehe es um Vorkommen aus einem unteren Grundwasserleiter, der durch den 80 Meter tiefen Bienwaldbrunnen erschlossen ist, teilte eine Sprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd mit. Seit 1996 werde dieser als Trinkwasserbrunnen für die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern genutzt. "Die Wasserförderung beeinträchtigt in keiner Weise den für die Vegetation im Bienwald vorhandenen oberen Grundwasserleiter", erklärte die Sprecherin. (dpa/pm)