30 Prozent weniger Wasser für die Ruhr, ausnahmsweise: auch die Möhnetalsperre hat einen extrem niedrigen Wasserstand.
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Trockenheit: NRW-Umweltministerium genehmigt Ausnahmen

Die Wasserstände in den Talsperren des Ruhrverbands dürfen stärker gesenkt werden, als dies normalerweise zulässig ist. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit.

Wieviel Wasser der Ruhrverband aus den Talsperren ablassen muss, regelt das Ruhrverbandsgesetz von 1990. Darin sind Mindestabflüsse am Ruhrpegel Villigst bei Schwerte und in der Gewässerstrecke von Hattingen bis zur Ruhrmündung vorgeschrieben. Doch diese Vorgaben können derzeit kaum eingehalten werden, denn das Einzugsgebiet der Ruhr hat 2018 sein zehntes zu trockenes Abflussjahr in Folge erlebt. Von Februar bis Oktober sind im Rheinland und auch im Sauerland nur knapp 60 Prozent des mittleren langjährigen Niederschlags gefallen.

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit muss aus den Talsperren des Ruhrverbands seit Monaten deutlich mehr Wasser als in durchschnittlichen Jahren abgelassen werden, um die gesetzlichen vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr einzuhalten. Ohne dieses zusätzliche Wasser aus den großen Talsperren, vor allem denen aus dem Sauerland, wäre die Ruhr ab Juli 2018 an drei Vierteln aller Tage trockengefallen.

Rund 30 Prozent weniger Wasser für die Ruhr

Momentan liegt der Gesamtfüllstand der Ruhrverbandstalsperren noch bei rund 47 Prozent vom Vollstau – Tendenz weiter fallend. Deswegen hat der Ruhrverband beim nordrhein-westfälischen Umweltministerium einen Antrag auf Absenkung der Grenzwerte für die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwasserführung gestellt. Diesem Antrag wurde am 2. November stattgegeben.

Vorübergehend darf der Ruhrverband die Talsperren nun folgendermaßen bewirtschaften: Der durchschnittliche Abfluss an fünf aufeinanderfolgenden Tagen darf nie niedriger sein als 11,0 (statt 15,0) Kubikmeter pro Sekunde am Pegel Hattingen und 6,5 (statt 8,4) Kubikmeter pro Sekunde am Pegel Villigst. Der niedrigste Tageswert wird entsprechend ebenfalls gesenkt. Der Ruhrverband rechnet durch diese Maßnahme mit einer Einsparung von bis zu 164.000 Kubikmetern Wasser pro Tag. (sig)