Troeger verlässt Stadtwerke Meiningen

Wolfgang Troeger, 65, begleitet die Stadtwerke Meiningen (Thüringen) seit ihrer Gründung 1991 als Geschäftsführer. Nun verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Am Donnerstag (30. Okt. 14) wird "Stadtwerke-Kapitän" Wolfgang Troeger offiziell im Rahmen eines Empfangs verabschiedet. Die lokale Presse lobt ihn als "treibende Kraft" bei der Wiedergründung der Stadtwerke in Meiningen. Der 49er-Jahrgang, der Mathematik, Physik und Betriebswirtschaftslehre studierte und 1985/86 bei der VEB Stadtwirtschaft Meiningen für die EDV zuständig wurde, plädierte schon früh für ein eigenes Stadtwerk: "Als sich die Wende anbahnte, gab es für mich nur eins: Wir müssen Stadtwerke gründen mit einer möglichst starken kommunalen Einflussnahme", zitiert das "Meininger Tageblatt" Troeger.

So fiel am 4. April 1991 der Gründungsbeschluss und am 2. Mai entstand die Stadtwerke Meiningen GmbH, eine 100%-ige Tochter der Stadt. Troeger wurde Geschäftsführer und gab seinen Job in der Stadtverwaltung sowie sein Mandat als Vertreter der Stadtverordnetenversammlung auf. Das operative Geschäft startete 1992 mit der Übernahme der Fernwärmeversorgung. Dazu wurde das wegen der Ölkrise stillgelegte Heizkraftwerk-Nord reaktiviert. Nach einer erfolgreichen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen einen Einigungsvertrag, an dem sich die Meininger beteiligt hatten, konnten im Januar 1995 die Gasversorgung und im April die Stromversorgung übernommen werden.

Im Laufe der Jahre kam eine Kläranlage, eine Parkhaus- und Parkplatz-Infrastruktur hinzu. Zudem habe man sich schon viel eher als andere intensiv mit erneuerbaren Energien beschäftigt, so Troeger. Manches sei auch schief gegangen, wie ein Tiefengeothermie-Projekt, das am Widerstand der Bürger scheiterte. "Wir machen nichts, was der Stadt Meiningen, ihren Bürgern, unseren Kunden schaden würde", zitiert das Blatt den Stadtwerke-Chef. Insgesamt flossen seit 1991 etwa 190 Mio. € in Anlagen und Netze.

Troeger wird den Stadtwerken auch nach dem Schritt in den Ruhestand weiterhin als kritischer Beobachter und Berater zur Seite stehen. Er wird außerdem als Bürgermeister im 7 km entfernten Utendorf ein neues Amt ausüben und weiterhin Chef des Meininger Tourismusverbandes bleiben. Sein Nachfolger wird Rolf Hagelstange, der seit einem Jahr mit Troeger zusammenarbeitet. (sg)