Wie lassen sich die Wasserpreise auch in investitionsstarken Zeiten kundenfreundlich gestalten? Der neue VKU-Leitfaden weiß Antworten.
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VKU-Leitfaden: Wasserpreise zukunftsfest gestalten

Der neue VKU-Leitfaden unterstützt Versorger bei der Entwicklung eines neuen Entgeltmodells. Unternehmenseigene Ziele und die Gegebenheiten des Versorgungsgebiets sind A und O.

Dürre, ein verändertes Nutzungsverhalten, der Demografische Wandel sind nur ein paar der Probleme mit denen sich die deutsche Wasserwirtschaft konfrontiert sieht. Versorger müssen vielerorts in den kommenden Jahren Millionen Euro die Infrastruktur investieren, um weiterhin eine einwandfreie Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Doch wie lässt sich der Investitionsbedarf mit stabilen Entgelten vereinen?

Antworten darauf liefert der neue VKU-Leitfaden „Wasserpreise zukunftsfest ausgestalten“. Die VKU-Arbeitsgruppe Wasserentgelte hat mit Unterstützung der Kanzlei Becker Büttner Held sowie der Unternehmensberatung Mocons GmbH einen Überblick über die verschiedenen preisbildenden Faktoren erarbeitet, die in ein Entgeltmodell einfließen können oder sollten.

Sieben Unternehmensziele

A und O für ein Entgeltmodell ist die Balance zwischen unternehmensindividuellen Zielen und den Eigenheiten des Versorgungsgebietes. Der Praxisaustausch hat gezeigt, dass sieben Ziele bei der Preisgestaltung eine Rolle spielen:

  • Rechtssicherheit
  • Transparenz
  • Entgeltstabilität
  • Verursachergerechtigkeit
  • Potenzial zur Grundpreisanpassung
  • Einmaliger Erhebungsaufwand
  • Laufender Verwaltungsaufwand

Der VKU liefert allerdings nicht nur aktuelle Leitkriterien, auf die  Entgelte überprüft werden können, sondern gibt auch Vorschläge für zukünftige Ziele, wie beispielsweise smarte Anreize zur Kostenreduktion. Dabei geht es darum, zu analysieren, inwieweit das Entgeltmodell den Kunden einen Anreiz für ein bestimmtes Verhalten bietet, das zu geringeren Kosten für den Wasserversorger führt.

Rahmenbedingungen und Rechtliches beachten

Das Bewertungsraster des VKU bezieht allerdings auch die Rahmenbedingungen des Versorgungsgebiets in die Analyse ein, wie z.B.:

  • Erhebungsaufwand
  • Laufender Verwaltungsaufwand
  • Kundenspezifische Rahmenbedingungen (Entwicklung von Industrie und Gewerbe, Relevanz atypischer Wasserabnahme, Wohngebäudestruktur, Zählerbestand)
  • Demografische Entwicklung
  • Ressourcenbedingungen  und klimatische Entwicklung

Neben all diesen Variablen widment sich der Leitfaden auch den rechtliche Grundlagen des Entgeltmodells. Darunter finden sich das Kommunalabgabengesetz, aber auch das Bundes- und Kartellrecht. Der Leitfaden kann ab sofort über folgenden Link beim VKU bestellt werden: https://www.vku-shop.de/ (ls)