Warnstreik betrifft Messe und dutzende Städte

Kurz vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst bestreikt Verdi pünktlich zur Hannover Messe die dortigen Verkehrsbetriebe.

Von den neuerlichen Warnstreiks heute und morgen – nach einzelnen Aktionen am Monatsanfang – sind nach einer Übersicht des Deutschlandfunks bundesweit dutzende Städte betroffen. In Hannover fallen alle Trams und Busse der Üstra den ganzen Tag über aus – pünktlich zur Hannover Messe, die verkehrstechnisch ohnehin durch die Teilsperrung einer Nord-Süd-ICE-Strecke und den Lufthansa-Warnstreik gebeutelt ist.

Regionale Schwerpunkte sind NRW und Bayern. Betroffen sind der öffentliche Nahverkehr, Stadtverwaltungen, Schwimmbäder und Kitas, die Müllentsorgung und Wasserbetriebe.

Auch bei den Stadtwerken München wird laut Bayerischem Rundfunk gestreikt, nicht aber bei ihrer Verkehrstochter MVG. In Würzburg dagegen ist der Nahverkehr in die Warnstreiks einbezogen.

Donnerstag und Freitag soll wieder verhandelt werden. In der vergangenen zweiten Runde hatten die Arbeitgeber unter Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière ein Prozent von der Jahresmitte an und noch einmal zwei Prozent mehr zwölf Monate später angeboten. Verdi bezeichnete dies als "Reallohnverzicht" und "Unverschämtheit". Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent

Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Dr. Thomas Böhle, betrachtet die Forderung als unbezahlbar. Er verwies auf eine kommunale "Rekordverschuldung", einen "Rekordinvestitionsstau" von 132 Mrd. Euro und zusätzliche Belastungen durch die Flüchtlingsaufnahme. (geo)