Heidekräuter der Familie der Erica-Gewächse prägen die Nordheide im Landkreis Harburg. Bild: © Uwe Wagschal/pixelio.de

Wasser aus der Heide für Hamburg

Nach einem 30-jährigen Kampf bekommt die Hansestadt Hamburg Zugriff auf Wasser aus der Nordheide. Die Umweltschützer haben sich stark gewehrt – und wollen weitermachen.

Nach einem jahrzehntelangen Streit um Trinkwasser für Hamburg aus der Nordheide steht das Genehmigungsverfahren vor dem offiziellen Abschluss. Hamburg soll wie vorgesehen durchschnittlich 16,1 Mio. Kubikmeter Grundwasser pro Jahr abpumpen dürfen. Die entsprechende Fördererlaubnis des Landkreises Harburg wurde am Montagabend formal vom Umweltausschuss zur Kenntnis genommen, wie ein Kreissprecher am Dienstag mitteilte. Damit könne die entsprechende Erlaubnis nun erteilt werden. Der Bescheid solle den Hamburger Wasserwerken demnächst zugestellt werden, damit wäre er rechtskräftig.

Die Regelung soll 30 Jahre gelten. "Es geht um eine gehobene Erlaubnis", erklärte der Sprecher. "Damit können wir etwa auf mögliche Folgen des Klimawandels reagieren und nachregeln." Die Hamburger hätten sich eine Bewilligung – ein deutlich stärkeres Wasserrecht also – von 18,4 Mio. Kubikmetern im Jahr gewünscht. Das solle künftig die jährliche Höchstmenge sein, sagte der Sprecher. Dann müsse aber in anderen Jahren entsprechend weniger gefördert werden, um auf die erlaubte Durchschnittsmenge zu kommen.

Umweltschützer protestieren gegen die Wasserentnahme

Seit 1983 holt Hamburg Trinkwasser aus der Heide, seitdem protestieren dort Umweltschützer gegen die Entnahme. Flüsse führten bis zu einem halben Meter weniger Wasser als früher, einige Bäche fielen manchmal sogar ganz trocken, beklagten sie wiederholt. Mehrfach wurde der Antrag nachgebessert. Die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide werde den Bescheid nun juristisch prüfen lassen, schrieb die Lüneburger "Landeszeitung". (dpa/al)