3D-Modell des Ver- und Entsorgungszentrums in Qingdao. Bild: Tongji Design Institute & Susanna Neuna

Wassersparen in Qingdao

Im chinesischen Qingdao wird das weltweit erste semizentrale Ver- und Entsorgungszentrum (VEZ) eröffnet.

Anlässlich der Weltgartenbauausstellung "World Horticulture Exposition 2014" wird am 27. April eine erste Referenzanlage des Projektes "Semizentral" in der nordöstlichen chinesischen Provinz Shandong eröffnet. Die Anlage ist das Ergebnis einer mehr als dreißigjährigen Zusammenarbeit der TU Darmstadt und der Tongji-Universität Shanghai.

Bereits seit Jahren leidet die wirtschaftlich aufstrebende Metropole Qingdao unter großem Wassermangel. So steht den Einwohnern Qingdaos lediglich ein Siebtel der im übrigen China verfügbaren Wassermenge zu.

Mit dem integrierten Infrastrukturansatz von Semizentral sinkt sowohl der Frischwasserbedarf als auch das Abwasseraufkommen im Einzugsgebiet um jeweils 30 bis 40 %, teilt die TU Darmstadt in einer Presseerklärung mit. So setzten konventionelle Systeme auf eine strikte Trennung von Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Abfallbehandlung. Semizentral hingegen ermögliche eine Abstimmung zwischen den Sektoren und schaffe dadurch Synergieeffekte, so die Forscher.

Die Nutzung von Brauchwasser zur Straßenreinigung, Bewässerung oder als Löschwasserreserve mache etwa deutliche Einsparungen möglich. Zudem arbeite das VEZ energieautark und damit weitgehend klimaneutral. So wird aus anfallendem Klärschlamm und häuslichen Bioabfällen Biogas und daraus Energie erzeugt. (msz)