Am Hochbehälter Zellingen wurden Enterokokken gefunden. Bild: © FWM

Würzburger Umland: Weiterhin Keime im Trinkwasser

Schon seit zwei Wochen müssen die Menschen im Würzburger Umland das Wasser abkochen. Die Ursache ist noch nicht gefunden. Nach und nach werden jetzt das Abkochgebot für die Orte annuliert.

Ob für das Zähneputzen, zum Händewaschen oder zum Abspülen von Obst - im Raum Würzburg mussten rund 50 000 Menschen über zwei Wochen ihr Trinkwasser abkochen. Der Grund dafür: In einem Trinkwasser-Hochbehälter in Zellingen (Landkreis Main-Spessart) wurden Fäkalkeime gefunden, die Durchfall auslösen können. 17 Gemeinden der Landkreise Würzburg und Main-Spessart sind und waren davon betroffen. Das Wasser wurde gechlort.

Seit wenigen Tagen werden nun die Abkochgebote für die ersten Gemeinden annuliert. Weiterhin das Wasser abkochen müssen die Haushalte in Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen (alle Landkreis Würzburg) und Retzbach im Landkreis Main-Spessart. Es sind nur noch weniger als die Hälfte der ursprünglich mit Abkochgebot beauftragten Gemeinden, hieß es beim Zweckverband Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM). 

Ursache weiterhin unklar

Wie die Enterokokken in die Fernwasserleitung gekommen sind, ist bisher unklar. «Die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren», sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Würzburg dazu. Mögliche Gründe können ein Rohrbruch in sieben Meter Tiefe sowie der Eintrag der Keime durch Mücken oder durch Schmutz auf der Baustelle am Hochbehälter sein.

Täglich würden zudem an 50 Messstellen Proben genommen. Sobald drei aufeinanderfolgende mikrobiologisch unauffällig sind und zudem eine ausreichende Chlorsättigung im Trinkwasser nachgewiesen ist, kann das Abkochgebot aufgehoben werden.

Viele Gemeinden betroffen

Betroffen waren im Landkreis Würzburg Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen sowie im Landkreis Main-Spessart Retzbach mit Zellingen. (dpa/al)