Deutsche Glasfaser will Marktführer werden

Die vom niederländischen Baukonzern Reggeborgh gegründete Deutsche Glasfaser hat einen neuen Mehrheitseigner. Investitionen von 450 Mio. € geplant.

Die Deutsche Glasfaser realisiert und betreibt Glasfasernetze für Privathaushalte und Unternehmen, die schnell verlegt und direkt an die Wohnung bzw. die Geschäftseinheit der Kunden angeschlossen werden (FFTH – Fibre to the home). Sie wurde vom niederländischen Baukonzern Reggeborgh gegründet, der bislang auch Mehrheitseigner war. Nun übernimmt der US-Finanzinvestor KKR die Mehrheitsanteile und will zusammen mit Reggeborgh das Geschäft weiter ausbauen.

Beide Partner wollen für den Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland rund 450 Mio. € an langfristigem Kapital zur Verfügung stellen. Das Geld fließt im Rahmen eines Wachstumsprogramms: Noch im Laufe diesen Jahres soll der beschleunigte Ausbau des Geschäfts mit schnellem Internet angestoßen werden soll.

Deutsche Glasfaser hat dabei den ländlichen Raum im Fokus. "Unser Ziel ist es, Marktführer beim Glasfaser-Ausbau in Deutschland zu werden", so Sprecherin Gerda Johanna Mepplink. Ihr zufolge werden nun viele Unternehmen und Bürger "früher als erwartet schnelle und symmetrische Bandbreiten nutzen können". Gemeinsam mit strategischen Partner werde man zahlreiche neue Projekte initiieren und die Netze weiter verdichten, sagt Jordi Nieuwenhuis, Geschäftsführer Deutsche Glasfaser.

Bislang ist das Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bayern und Niedersachen aktiv. Die Deutsche Glasfaser Holding GmbH wendet die so genannte mindertiefe offene Verlegetechnologie an. Dabei werden die Glasfaserkabel nicht so tief wie üblich ins Erdreich gegraben, zum anderen baut die Firma nur, wenn die Nachfrage stimmt, schreibt das "Handelsblatt". Würden mehr als 40 % der Kommunen einen Vertrag unterschreiben, werde gebaut. Bislang habe man in 85–90 % der angesprochenen Städte und Gemeinden auch Fasern verlegt. Die Kosten für den Anschluss eines Haushalts ans Glasfasernetz liegen demnach bei 1000 – 1500 € im Schnitt. (sg)