Alternative Betreiber stemmen Glasfaserausbau

Gut drei Viertel des bundesweiten Ausbaus mit Glasfaseranschlüssen gehen auf das Konto von alternativen Netzbetreibern, so die Marktdatenerhebung von Breko.

Die Breitbandstudie 2015 des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) kommt zu dem Schluss, dass vor allem die alternativen Netzbetreiber den Ausbau mit Glasfaseranschlüssen vorantreiben. Demnach erfolgen 76 % des Glasfaserausbaus bis zum Gebäude (FTTB) oder direkt bis in die Wohnung (FTTH) durch überwiegend lokal und regional tätige, alternative Carrier. Diese haben im vergangenen Jahr mit 57 % den größten Teil der Investitionen in den deutschen Telekommunikations-Markt geleistet, so ein weiteres Fazit. Insgesamt haben die Wettbewerber im Vergleich zu den Vorjahren ihre Investitionssumme mit 4,2 Mrd. € "noch einmal deutlich erhöht".

Nach den Erhebungen der Studie, wird die Breitband-Nachfrage bis 2020 erheblich zunehmen. Derzeit liege die Standard-Downstream-Bandbreite noch zwischen 10 und 30 MBit/s. Bis 2020 erwarten die Breko-Mitglieder einen Anstieg auf mindestens 170 MBit/s im Down- und 105 MBit/s im Upstream. Das im Festnetz übertragene Datenvolumen habe sich von 2013 mit 8,8 Mrd. GB auf 2014 mit 10,9 Mrd. GB um fast ein Viertel erhöht. Internet-Nutzer kommen auf ein im Schnitt übertragenes Datenvolumen von etwa 27 GB im Monat. In diesem Jahr erwartet der Breko einen Anstieg auf 35 GB monatlich.

Die größten Margen im deutschen Heimmarkt erzielt die Deutsche Telekom mit Werten um die 40 %, stellte Dr. Karl-Heinz Neumann, Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) fest. Bei den Telefonanschlüssen ist die Telekom demnach mit einem Anteil von 84 % immer noch marktbeherrschend. Neumann kritisiert die RE-Monopolisierungsstrategie der Telekom, die einen Antrag zum Exklusiv-Einsatz von VDSL2-Vectoring bei der Bundesnetzagentur gestellt hatte. Der Bonner Konzern wolle seine "Mitbewerber aussperren".

Ein besonders engagiertes Bundesland beim Glasfaserausbau sei Schleswig-Holstein. Das Bundesland habe ein eigenes Infrastrukturziel bis 2025 ausgegeben: Bis dahin sollen mindestens 90 % der Haushalte und bis 2030 alle Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen, der symmetrische Bandbreiten von bis zu mehreren GB pro Sekunde stabil ermögliche.

Aktuell stehen 23 % aller schleswig-holsteinischen Haushalte ein besonders schneller Glasfaseranschluss zur Verfügung. Der bundesweite Durchschnitt liegt derzeit bei 4,5 %. Als Gründe nennt Neumann das eigene Breitband-Kompetenzzentrum, sehr günstige Finanzierungskonditionen über die landeseigene Investitionsbank sowie ein gezielter Einsatz von Fördermitteln. (sg)