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Digitalisierung fördert strukturelle Parität von Stadt und Land

Eine zunehmende Verlagerung vieler Lebensbereiche ins Internet könnte die strukturelle Ungleichheit von Stadt- und Landleben ausgleichen.

Die Digitalisierung könnte das Leben auf dem Land deutlich attraktiver machen. Das geht aus einer Umfrage des VKU hervor, an der sich insgesamt 321 Unternehmen aus ganz Deutschland beteiligt haben.

Rund 84 Prozent der befragten Firmen schätzen, dass sich die Attraktivität des ländlichen Raums als Wohn- und Arbeitsort durch die Digitalisierung verbessern könnte. Über 67 Prozent der Befragten sehen die Verlagerung von Lebensbereichen wie Bildung, Wirtschaft, Politik oder Medizin ins Internet als Chance, die strukturellen Nachteile des Landlebens zu minimieren. Die Digitalisierung könne in Augen der Unternehmen dabei helfen, die Landflucht zu beenden, Arbeitsplätze in ländliche Regionen zu verlagern und die Eigenständigkeit von Anwohnern bis ins hohe Alter zu gewährleisten.

Stockender Breitbandausbau steht Digitalisierung im Weg

Knapp 65 Prozent der befragten Unternehmen gab an, der Breitbandausbau sei derzeit die größte Herausforderung in ihrem Geschäftsbereich. Ein Unternehmen nannte das bisherige Glasfasernetz als "ineffizienten Flickenteppich". Ein anderes schlug vor, die Telekommunikationsanbieter zum Breitbandausbau ebenso zu verpflichten wie die Stromnetzbetreiber zum Anschluss von Ökostromanlagen. Auch der VKU sieht dringenden Handlungsbedarf: Zu gleichwertigen Lebensverhältnissen gehöre der Zugang zu hochleistungsfähiger digitaler Infrastruktur, deshalb sei der Glasfaserausbau das wichtigste Infrastrukturprojekt der Legislaturperiode, betonte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche. (ls)