Offizieller Spatenstich zum ersten Glasfasernetz in Oberfranken: (von links) der bayerische Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof, die Bürgermeister Jochen Hack (Pettstadt), Karl-Heinz Wagner (Altendorf) sowie Michael Karmann (Buttenheim, 3. von rechts) geben am 30. Mai 2016 in Altendorf gemeinsam mit Vertretern der beteiligten heimischen Firmen den Startschuss für das Investitionsprojekt im "Bürgernet"-Modell der Stadtnetz Bamberg. Bild: Stadtwerke Bamberg

Erste kommunale Glasfaser in Oberfranken

Gestern hat die Stadtnetz Bamberg die Bauarbeiten zum ersten kommunalen Glasfasernetz im nordbayerischen Bezirk Oberfranken aufgenommen.

Von Herbst an werden die ersten Kunden mit 500 MBit pro Sekunde im Internet surfen, bis Ende nächsten Jahres werden 2100 Häuser in drei Nachbargemeinden von Bamberg direkt (FTTH) an das "Bürgernet" angeschlossen sein – gestern war offizieller Spatenstich in Altendorf zum ersten Stadtwerke-Glasfasernetz in Oberfranken. Die Gemeinden Altendorf, Buttenheim und Pettstadt geben für flächendeckende Glasfaserinfrastrukturen mehr als acht Mio. Euro aus.

Das "Bürgernet"-Modell in Oberfranken sieht vor, dass willige Kommunen in Eigenregie und auf eigene Kosten ihr Glasfasernetz ausbauen, und zwar bis zum Haus, ohne Kupferkabel. Die Infrastruktur wird dann von der kommunalen Stadtnetz Bamberg betrieben, die an die Kommunen Pacht zahlt. Die Stadtnetz fungiert als vollwertiger Provider: Sie kümmert sich beispielsweise um die Kündigung des alten Telefonanschlusses und die Übernahme der alten Rufnummer.

Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann verteidigte die völlige Abkehr vom Kupferkabel und auf die darauf basierende Vectoringtechnologie: „Gerade im weitläufigen ländlichen Raum ist es unverzichtbar, die Glasfasern bis ins Haus zu verlegen", da Kupfer das Surftempo massiv bremse. Vectoring erreiche zwar akzeptable Surfgeschwindigkeiten, langfristig könne diese Technologie aber nicht mit dem immer weiter steigenden Bedarf an hohen Bandbreiten mithalten. (geo)