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Glasfaser-Ausbauoffensive in Sachsen-Anhalt

Der Startschuss für das größte zusammenhängende Glasfasernetz in Sachsen-Anhalt ist gefallen: Acht kommunale Breitbandprojekte sind in mehr als hundert Orten unter dem Dach der Arge-Breitband geplant.

Die Arge-Breitband aus Sachsen-Anhalt ist eine Arbeitsgemeinschaft aus acht Gemeinden: Oebisfelde-Weferlingen, Verbandsgemeinde Flechtingen, Verbandsgemeinde Elbe-Heide, Niedere Börde, Barleben, Verbandsgemeinde Westliche Börde, Wanzleben-Börde sowie Oschersleben (Bode) – und dem Landkreis Börde. Zusammen mit den lokalen Unternehmen und dem Telekommunikationsunternehmen "DNS:NET" aus Berlin, das die Infrastruktur betreiben wird, soll das größte zusammenhängende Glasfasernetz Sachsen-Anhalts entstehen.

Die Arge-Breitband ist dabei zentraler Anlaufpunkt für das logistische Großprojekt. Sie koordiniert die acht Gemeinden, sechs Generalunternehmer, fünf Planer und weitere Akteure auf Bundes- und Regionalebene. In mehr als hundert Orten wird das Giga-Netz realisiert. Dabei rollen mehr als 200 bis 300 Bauleute, Ingenieure und Spezialisten zeitgleich in allen acht Gemeinden das neue Infrastrukturnetz in den weißen Flecken flächendeckend aus. Insgesamt gibt es dort bei 68 Prozent der Gemeindegebiete solche weißen Flecken.

70 bis 80 Prozent liegen im ländlichsten Raum

Alle Haushalte, die einen Erschließungsantrag gestellt haben, die regionale Wirtschaft sowie alle Bildungseinrichtungen und Schulen werden angebunden. Dort sollen höchste Datenübertragungsraten bis hin zu einem Gigabit möglich werden. Realisiert werden 1330 Kilometer Tiefbau. Knapp 2600 Kilometer Leerrohre werden verlegt und fast 7000 Kilometer Glasfaserkabel. Diese werden direkt ins Haus gelegt – vom kleinsten Ort mit 100 Einwohnern bis hin zur städtischen Größenordnung.

Knapp 6000 potenziell zu erschließende Unternehmen können auf einen FTTB(Glasfaser bis ins Haus)-Anschluss zählen, im ARGE-Gebiet befinden sich dabei 90 Prozent aller Unternehmen in Wohnlagen oder Mischgebieten und nur zehn Prozent in klassischen Gewerbegebieten. 70 bis 80 Prozent der einzelnen Gemeindegebiete sind außerdem unterversorgt und liegen im ländlichsten Raum. Die Giga-Netze werden dabei ausschließlich über Fördermittel und Pachteinnahmen refinanziert. (sg)