"Glasfaser bleibt Garant der Digitalisierung"

5G wird die Übertragungsgeschwindigkeiten im Mobilfunk deutlich erhöhen. Stadtwerke sollten deshalb aktiv werden, rät der Verband Breko.

Der Rollout des neuen Mobilfunkstandards 5G, mit bis zu zehn Mal mehr Basisstationen als bei LTE, wird in etwa 2021 beginnen. Die Kommunalwirtschaft sollte ihre Chancen in dem verbleibenden Zeitfenster nutzen, um möglichst umfassend und schnell den Glasfaserausbau zu forcieren und Lichtwellenleiter bis in die Gebäude zu verlegen. Dies empfahl Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) am Mittwoch beim "4. BDEW-Forum für kleinere und mittlere Stadtwerke in der Mitte Deutschlands" in Kaiserlautern.

Die Glasfasertechnologie werde aber ungeachtet dessen dennoch ihre führende Stellung bei der Datenübertragung behalten und bleibe der "Garant der Digitalisierung in Deutschland", so Albers – unter anderem wegen ihrer garantierten Bandbreite für Haushalte und Unternehmen. Sämtliche Mobilfunkmasten der 5G-Generation müssten ans Glasfasernetz, sonst könnten sie keine geringen Latenzzeiten erreichen, so der Breko-Geschäftsführer. Diesen Ausbau könnten die Mobilfunkanbieter selbst nicht leisten und müssten die benötigten Breitbandkapazitäten vom jeweiligen Netzbetreiber mieten. Die Telekom verfüge bislang über keinen FFTH/B-Ausbauplan.

Netzbündnis Rheinland-Pfalz strebt flächendeckende Gigabitnetze an

Breko macht sich seit längerem dafür stark, flächendeckende Glasfaseranschlüsse mit einer Übertragungsrate von mindestens 1 Gbit/s als infrastrukturpolitisches Ziel seitens der Politik festzuschreiben. In Rheinland-Pfalz haben diverse Telekommunikationsunternehmen, Verbände (darunter der VKU, Breko, Bitkom) und kommunale Spitzenverbände ein Netzbündnis gegründet. Ziel ist es, die Voraussetzungen für die Errichtung flächendeckender Gigabitnetze bis 2030 zu schaffen. Auch die regierende SPD/FDP-Koalition bekennt sich zu einem langfristigen Netzinfrastrukturwechsel.

In dem Bundesland ist die Breitbandverfügbarkeit seit 2011 deutlich gewachsen,
vor allem auch dank des eigenwirtschaftlichen Ausbaus, erklärte Raymond Twiesselmann vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur. 76,7 Prozent der Haushalte in Rheinland-Pfalz haben einen Breitbandanschluss mit 50 Mbit/s oder mehr, damit liegt das Bundesland bundesweit auf Rang 9.

SW Kaiserslautern schließen über 5000 Wohnungen an FTTH-Netz an

Ein Großprojekt im Glasfaserbereich nimmt der Gastgeber des BDEW-Forums, die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK), aktuell in Angriff. Über 5000 Wohnungen im Stadtzentrum sollen bis September kommenden Jahres an das FTTH-Netz der SWK angeschlossen werden. Dabei kooperiert der mehrheitlich kommunale Versorger mit dem größten Mietwohnungsanbieter vor Ort, der Bau AG. Unter der neuen Marke „Empera“ bieten die SWK den Kunden künftig neben ultraschnellem Internet mit bis zu 500 Mbit/s, auch hochauflösender IP-TV-Empfang, Telefonie in bester Sprachqualität und Mobilfunk an.

"Schlüssel zum Erfolg liegt in strategischen Allianzen"

"Der Schlüssel für den Erfolg von Projekten in dieser Größenordnung liegt in der Nutzung strategischer Allianzen", bekräftigte SWK-Vorstandsmitglied Richard Mastenbroek. Das Unternehmen arbeitet bei dem Großprojekt unter anderem mit der Thüga Smart Service und dem Verband Breko zusammen. Die Thüga ist neben der Stadt der zweite Gesellschafter der SWK Versorgungs AG und hält 25,1 Prozent der Anteile. (hoe)