Mit der neuen Technik sind bis zu 76,8 Terabit pro Sekunde Bandbreite auf einer Glasfaser möglich.
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Rekord bei Glasfaserübertragung

M-Net und Nokia ist es erstmals in einem gemeinsamen Feldtest gelungen, 500 Gigabit pro Sekunde über eine einzelne Wellenlänge des Lichts zu schicken. Das sei weltweit bislang einmalig, so die beiden Unternehmen.

Glasfaseranbieter M-Net hat im Rahmen eines gemeinsamen Feldtests mit Nokia erstmals eine Datenrate von 500 Gigabit pro Sekunde auf einer einzelnen Wellenlänge erzielt. Das gaben die beiden Unternehmen im Rahmen der Eröffnung der neuen M-Net-Zentrale in München bekannt.

Zur Datenübermittlung kam ein neuartiges Codierungsverfahren basierend auf Forschungsarbeiten der TU München über Glasfaserleitungen auf einer Distanz von etwa 320 Kilometern zum Einsatz. Verwendet wurde dabei ein von Nokia neu entwickelter Signalprozessor.

Künftiges Backbone-Netz

Nutzt man die komplette Kapazität sind so Bandbreiten von bis zu 76,8 Terabit pro Sekunde auf einer Glasfaser möglich, teilte M-Net mit. Der kommunale Telekommunikationsanbieter könne mit dieser Technik zukünftig Backbone-Netze zur Verfügung stellen, die den hohen Anforderungen an die Übertragungsbandbreite im 5G-Zeitalter auch langfristig gerecht werden, heißt es weiter.

"Dieser Feldversuch und die erreichte Übertragungsgeschwindigkeit sind ein neuer Meilenstein auf dem Gebiet der optischen Hochgeschwindigkeitsnetze", so Hermann Rodler, Technischer Geschäftsführer bei M-Net. "Auf die Zusammenarbeit mit Nokia sind wir dabei sehr stolz", sagt Rodler weiter.

DWDM-System als integraler Bestandteil

Technische Grundlage für den Feldversuch zwischen dem neuen M-Net Headquarter "M-Cube" in München und einem M-Net Betriebsraum in Regensburg war ein sogenanntes Dense Wavelength Division Multiplexing System (DWDM-System). Es nutzt zur Datenübertragung Glasfaserleitungen und sorgt dafür, dass jede einzelne Wellenlänge im genutzten Spektralbereich zur Übermittlung von Informationen genutzt werden kann.

Die zur Übertragung im Glasfaserkabel verwendeten Wellenlängen liegen hier sehr dicht beieinander. Um die in diesem Feldversuch angestrebte Bandbreite zu ermöglichen, mussten die eingesetzten Systemkomponenten zum Übermitteln der Spektralfarben hohen Anforderungen entsprechen.

Technik von Nokia

Möglich machten diesen Rekord speziell für DWDM-Systeme entwickelte WDM-Komponenten von Nokia. M-Net hat als erster Netzbetreiber weltweit den neuen Digitalen Signalprozessor (DSP) Photonic Service Engine 3s (PSE-3s) mit kohärenter Signalverarbeitung getestet.

PSE-3s ermöglicht dank der intelligenten Signalverarbeitungstechnologie "Probabilistic Constellation Shaping" (kurz PCS) eine sehr genaue Anpassung des optischen Signals an die vorherrschenden Übertragungsbedingungen. Dadurch ist es möglich, die Übertragungskapazität über jede Distanz zu optimieren. Die Übertragungsrate lässt sich mit dem eingesetzten System über kürzere Distanzen auf bis zu 600 Gigabit pro Sekunde je Wellenlänge steigern, was eine Gesamtübertragungskapazität von 76,8 Terabit pro Sekunde je Glasfaser ermöglicht.

Als Teil des Bayernrings geplant

Die Bereitstellung der im Feldversuch genutzten Glasfasern auf der Teststrecke zwischen München und Regensburg erfolgt durch die Gasline GmbH & Co. KG.

Die genutzten Fasern sollen einen Teil des künftigen optischen Kernnetzes von M-Net, den Bayernring, bilden. Denn als einer von wenigen Anbietern in Deutschland betreibt M-Net in weiten Teilen Bayerns eigene Glasfasernetze in einer besonders ausfallsicheren Ringstruktur, so die Münchner. (sg)