Ulla Meixner, Geschäftsbereichsleiterin Telekommunikation bei den Stadtwerken Flensburg, zieht eine Jahr nach dem Start der Glasfaser-Offensive eine sehr positive Bilanz.
Stadtwerke Flensburg

SW Flensburg: Erste Erfolge bei Glasfaser-Offensive

Bis 2025 soll Flensburg flächendeckend mit schnellem Internet und Telefonie versorgt werden. Der Ausbau läuft bereits so gut, dass der Kommunalversorger die ursprünglichen Ziele sogar deutlich übertreffen könnte.

Im Herbst 2016 haben die Stadtwerke Flensburg eine Glasfaseroffensive gestartet. Ziel ist es, bis 2025 flächendeckend die Privat- und Geschäftskunden in Flensburg, Glücksburg und Harrislee mit schnellem Internet und Telefonie zu versorgen. 440 Kilometer umfasste das Breitbandnetz bereits beim Start des Ausbaus, seitdem ist es kontinuierlich gewachsen. "Wir haben seit dem Start im Oktober 2016 rund 2500 Privatkunden gewinnen können, hinzukommen noch circa 150 Gewerbekunden", bestätigt Ulla Meixner, Geschäftsbereichsleiterin Telekommunikation bei den Flensburger Stadtwerken, einen Artikel des "Flensburger Tageblatt". In 5000 Häusern in insgesamt fünf Ausbaugebieten wurde bisher das Kabel verlegt, das entspricht einer Vertragsquote von 50 Prozent. Laut Businessplan rechnet der Kommunalversorger bis 2025 rund 23 000 Glasfaserkunden. Die Prognose ist vorsichtig kalkuliert, ihr liegt eine durchschnittliche Anschlussquote von 20 Prozent zugrunde. "Aus heutiger Sicht würde ich aber sagen, da ist deutlich Luft nach oben", zeigt sich Meixner auf ZfK-Anfrage zuversichtlich.

Stadtwerke Flensburg investieren hohen zweistelligen Millionenbetrag

Die Vertriebserfolge führt sie auf vier wesentliche Gründe zurück: Eine einfache Tarifstruktur ohne Lockvogel-Einstiegstarife, verbraucherfreundliche Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen sowie den zuverlässigen Service eines regionalen Anbieters. Da die Stadtwerke das Glasfaser bis ins Haus oder sogar in die Wohnung verlegen, erhalte der Kunde rund um die Uhr die Bandbreite, die er gebucht hat. Je nach Bedarf kann der Privatkunde sich für 60 Mbit/s im Download und 15 Mbit/s im Upload oder für 120 Mbit/s im Download sowie 60 Mbit/s im Upload entscheiden. Der Kommunalversorger investiert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in das Ausbauprogramm. Der Personalbestand im Geschäftsbereich Telekommunikation ist mittlerweile auf 18 Mitarbeiter gestiegen, die Hälfte davon sind Neueinstellungen.

Erste Kunden aus der Wohnungswirtschaft buchen TV-Grundversorgung

Bis 2025 werden die Stadtwerke in ihrem Ausbaugebiet 19 000 Gebäude mit 62 000 Wohneinheiten adressieren, sagt die Telekommunikationsverantwortliche der Stadtwerke. Per Trasse erschlossen würden 100 Prozent, sodass alle Anwohner und Gewerbetreibenden einen Glasfaseranschluss bestellen könnten. Zudem bietet das Unternehmen eigene Telekommunikationsprodukte an, beispielsweise eine Internet- und eine Telefonieflatrate (diese gilt auch für Anrufe ins dänische Festnetz) sowie Glasfaser-TV. In der Wohnungswirtschaft habe man bereits erste Kunden für eine TV-Grundversorgung gewonnen, erklärt Meixner. Dieses Geschäftsfeld werde erweitert, das umfasse auch Angebote für den Ausbau der Netzebene 4. Auch eine Datencloud ist als Zusatzdienstleistung für die Kunden geplant. Der Betrieb der Breitbandinfrastruktur trägt bereits einen siebenstelligen Beitrag zum Jahresergebnis der Stadtwerke Flensburg bei, bis 2025 sieht der Businessplan eine Steigerung auf jährlich elf Mio. Euro vor. (hoe)