Breitbandverlegung der SWW Wunsiedel im ländlichen Raum. Bild: © SWW Wunsiedel

Wunsiedel bringt schnelles Internet aufs Land

Die SWW Wunsiedel wollen im Projekt "Höfebonus" bis zum Herbst 25 abgelegene oder bisher unterversorgte Anwesen mit schnellem Internet versorgen. Zugleich verlegen sie in Wunsiedel 250 Glasfaser-Hausanschlüsse und nutzen Synergien.

Beim Höfebonus-Projekt nutzt die SWW Wunsiedel das gleichnamige Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung. Mitte Juni fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Insgesamt werden im Tiefbau rund 9500 Meter Kabelgraben ausgehoben sowie etwa 11.500 Meter Leerrohre und ca. 24.500 Meter Glasfaserkabel verlegt. Der Abschluss des Projekts ist für Herbst 2019 geplant, 25 abgelegene oder bisher unterversorgte Anwesen haben damit eine Anbindung an die Datenautobahn.

Ohne die staatlichen Fördermittel aus dem Höfebonus-Topf wären derartige Ausbauprogramme nicht möglich. „Wir konnten dank des Zuschusses den Einsatz von Eigenmitteln stark reduzieren“, sagt SWW-Geschäftsführer Marco Krasser. Das sei wichtig, weil so mehr Geld für andere Projekte zur Verfügung stehe. Um die gesamte Region fit für die Zukunft zu machen, hat sich die SWW Wunsiedel den flächendeckenden Ausbau des Glasfaser-Netzes zum Ziel gesetzt.

Erschließung von Wunsiedel-Nord

Ausschließlich mit eigenem Geld finanziert die SWW ihr zweites aktuelles Großprojekt, die Erschließung eines Clusters im Norden Wunsiedels. Hier sollen bis zu 250 Glasfaser-Hausanschlüsse verlegt werden. Momentan läuft die Vorbereitung für die Ausschreibungen, der Baubeginn soll noch in disem Jahr sein.

Den Eigentümern der per Glasfaser erschlossenen Häuser entstehen keinerlei Kosten für den Anschluss. „Wir brauchen natürlich das Vertrauen der  Bürger in die SWW, um letztlich jedes Haus in Wunsiedel mit einem Glasfaser-Anschluss ausstatten zu können“, betont Michael Hermann, Projektleiter des Ausbaus bei den SWW. Das sei wirtschaftlich nur bei einem entsprechenden Zuspruch der Haus-Eigentümer möglich. „Beim Projekt in Wunsiedel-Nord gibt es hier noch Luft nach oben“, so Hermann.

Eigeninitiative im Fichtelgebirge

Die beiden Projekte Höfebonus und Wunsiedel-Nord seien exemplarisch für die beiden Strategien der SWW in Sachen Breitbandausbau, erläutert Geschäftsführer Krasser: „Zum einen nutzen wir konsequent alle verfügbaren staatlichen Förderprogramme, zum anderen setzen wir auch auf eigenwirtschaftlichen Ausbau.“ Man warte nicht ab, bis die großen Player der Telekommunikationsbranche etwas tun, sondern nehme das Thema selbst in die Hand.

Schließlich sei ein modernes Kommunikationsnetz unabdingbar auch für den Wunsiedler Weg, ergänzt Krasser. Mit diesem Konzept, das die SWW und die Stadt bereits seit vielen Jahren verfolgen, wird eine nachhaltige, klimaschonende Energieversorgung auf Basis regionaler und regenerativer Energiequellen realisiert. Glasfaserkabel seien in diesem Rahmen so etwas wie das „Nervensystem“, die Stromkabel dagegen die „Blutbahnen“, veranschaulicht Krasser. „Beide sind unverzichtbar.“

Kosten sparen mit Synergien

Man achte bei dem Ausbau darauf, bestmöglich Synergien zu nutzen. Beim Projekt Höfebonus werden dementsprechend im Zuge der Tiefbauarbeiten die Mittelspannungs-Leitungen des Stromnetzes auf einer Länge von etwa 3500 Metern erneuert sowie teilweise Freileitungen durch Erdkabel ersetzt. „Alles, was uns dabei hilft, Kosten zu sparen, kommt letztlich dem Kunden zugute“, kommentiert das Krasser.

„Unsere Kundennähe unterscheidet uns von anderen Energieanbietern“, sagt Krasser. Und damit meint er nicht nur, aber auch die örtliche Nähe. Die SWW ist vor Ort ansässig, Kunden haben persönliche Ansprechpartner statt einer anonymen Hotline. Auf Anfragen werde schnell reagiert, Aufträge  schnell abgearbeitet. Zudem gebe es Synergien auch deshalb, weil die SWW und die Tochter Gasversorgung Wunsiedel GmbH die Sparten Strom, Wasser, Wärme, Gas und Telekommunikation aus einer Hand anbieten. Krasser: „Das spart wiederum Kosten und macht es dem Kunden leichter.“ (sg)