Auf der Hannover Messe stellt das KIT den Electrical Data Recorder vor. Er soll helfen, Lastströme und Netzspannung in Echtzeit zu überwachen und auszugleichen.
© Amadeus Bramsiepe/KIT

KIT präsentiert Monitoring-Werkzeug für Netzspannung

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stellt auf der Hannover Messe einen Electrical Data Recorder für das Echtzeit-Monitoring von Netzspannung und Lastströmen vor.

Die Energiewende und ihre Tücken für die Netzstabilität: Nicht nur die unstetige Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen - je nach Wetterlage - erschwert eine ausgeglichene Netzfrequenz, auch die zunehmende Dezentralität der Energiewende macht die Bereitstellung von Regelenergie notwendig. Damit Stromnetze mit der Energiewende Schritt halten können, hat das KIT nun eine Hightech-Lösung zur Überwachung der Netzspannung in Echtzeit entwickelt.

Electrical Data Recorder heißt das Wunderwerkzeug für stabile Stromnetze. Installiert in der Nähe des Verbrauchergeräts zeichnet der Monitoringrecorder Lastströme punktgenau und hochauflösend auf. Dank einer gepufferten Stromversorgung läuft die Echtzeit-Aufzeichnung sogar während eines Spannungsverlusts weiter. Darüber hinaus kann der Recorder drei Spannungskanäle (drei Phasen) und vier Stromkanäle (drei Phasen plus Neutralleiter) synchron mit einer Auflösung von 16 Bit und Abtastraten bis 25 kHz kontinuierlich aufzeichnen. Über eine GPS-Synchronisation lassen sich sämtliche Messwerte von verteilten Messorten zeitlich zuordnen. Sofern eine leistungsfähige Netzwerkanbindung verfügbar ist, lassen sich die vollständigen, hochaufgelösten Messdaten fortlaufend in einer Datenbank ablegen, um sie später zu verarbeiten. Eine lokale Zwischenspeicherung in voller Auflösung für eine Aufzeichnungsdauer von rund acht Wochen ist ebenfalls möglich.

Messdaten ermöglichen genauere Simmulationen und Einblicke in Realvorgänge

Der Recorder lässt sich nicht nur einzeln, sondern auch im Verbund einsetzen: Eine zentrale Anwendung steuert dann sämtliche Geräte. Der Verbundbetrieb zusammen mit der fortlaufenden Aufzeichnung ermöglicht somit eine dretaillierte Analyse des den Verlaufs und der Ausbreitung von Störungen. „Künftig soll der EDR darüber hinaus zur messdatengetriebenen Modellierung von Netzsegmenten und Betriebsmitteln dienen“, erklärt Projektleiter Heiko Maaß. „So kann er dazu beitragen, die Qualität von Systemmodellen und damit auch die Steuerung von Smart Grids wesentlich zu verbessern.“ (ls)