Die digitale Plattform "Lübben hat Herz" soll die Menschen in der Coronakrise unterstützen.
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Solidaritätsplattform "Lübben hat Herz" starten

Die Plattform dient als Nachbarschaftshilfe-Angebot in der Corona-Zeit. Es soll sich jedoch dadurch auch für die Zeit nach der Coronakrise etablieren.

In Lübben geht die digitale Plattform "Lübben hat Herz" als Nachbarschaftshilfe-Angebot an den Start. Im ganzen Land heißt die Devise derzeit Abstand halten. Das ist wichtig, aber stellt die Menschen vor ganz neue Herausforderungen. Die Plattform bietet den Bürgern die Möglichkeit, sich auf einfache Weise zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen, teilt Stadt- und Überland GmbH Lübben (SÜW) mit.

Jeder kann dort selbst ein Hilfegesuch oder ein Hilfsangebot einstellen. Initiator Maik Mattheis, Geschäftsführer der SÜW, sagt: "Viele unserer Mitbürger sind plötzlich auf sich allein gestellt. Insbesondere für ältere Menschen ist jeder Weg, jeder Kontakt, der vermieden werden kann, eine Sorge weniger. Deswegen wollten wir etwas tun.“ Aber auch zuhause zu arbeiten und gleichzeitig die Kinder zu beschulen und bei Laune zu halten, kann eine erhebliche Herausforderung sein.

Keine Konkurrenz, sondern Ergänzung

Die Plattform ist dabei nicht als Konkurrenz zu karitativen Einrichtungen, Vereinen und ehrenamtlichen Initiativen gedacht. Sie soll dabei helfen, dass diese Angebote auch ankommen. Dabei sollen im ersten Schritt kostenlose Angebote zum Zuge kommen. "Eine kleine nachbarschaftliche Geste – vom Einkauf und dem Gang zur Apotheke bis zur Online-Nachhilfe oder einer kleinen Anleitung, wie man eigentlich WhatsApp benutzt – kann in dieser Situation einen großen Unterschied machen", so Mattheis.

Da viele aber doch mehr benötigen, will „Lübben hat Herz“ auch die Hilfs- und Versorgungsprofis ansprechen und ihnen über die Plattform Sichtbarkeit geben. So können z.B. karitative Einrichtungen und Initiativen Ihre Angebote einstellen, und Gewerbetreibende mitteilen, wie sie in dieser Zeit erreichbar sind oder welche Dienstleistungen sie noch anbieten. "Sie ist auch ein Saatkorn, damit unsere Lübbener Stadtgemeinschaft auch in ihrer digitalen Version ein Ort ist, der auch der Öffentlichkeit gehört. Bei allem Respekt vor den Social-Media-Riesen: Der öffentliche Raum in Lübben, der jetzt virtuell wird, gehört in die Hände der Gemeinschaft und nicht allein in die Hände globaler Konzerne", ergänzt der Geschäftsführer. (gun)