Breitband: Telekom unterliegt Stadtwerken

Die Telekom soll Falschinformationen zu ihrem Glasfaserausbau gemacht haben, die Stadtwerke Dorfen legten Beschwerde bei der BNetzA ein – mit Erfolg.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" bauen die Stadtwerke Dorfen, Bayern, seit 2015 ein eigenes Glasfasernetz in der Stadt und den umliegenden Dörfern auf. "Völlig überraschend", so schreibt das Blatt, habe sich dann die Telekom die Rechte zum Breitbandausbau von drei Außenorten dort bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) gesichert.

Während die Stadtwerke die anderen umliegenden Orte an ihr Glasfasernetz anschlossen und ihren Ausbaupflichten in den geforderten zwölf Monaten laut SZ nachkamen, soll so gut wie nichts in den Telekom-Außenorten passiert sein. Nach Darstellung der Zeitung wurde dort lediglich ein Verteilerkasten optimiert, von dem aber nur der halbe Ort profitierte.

Im Februar diesen Jahres soll die Telekom dann auf ihrer Website mitgeteilt haben, dass man die drei Orte ausgebaut habe, man könne nun größere Datengeschwindigkeiten buchen. Die Stadtwerke legten daraufhin Beschwerde bei der BNetzA über die Untätigkeit und Falschinformationen ein. Der Bonner Konzern soll daraufhin den Ausbau eines Ortes frei gegeben haben, für einen anderen wurde die Genehmigung der Telekom behördlich gelöscht. Die Stadtwerke bewarben sich erneut für den Breitbandausbau dieser beiden Lokalitäten – wie bereits im Februar 2015 – und erhielten Ende Juni den Zuschlag.

Die Deutsche Telekom nahm hierzu gegenüber der ZfK Stellung: Man habe in der Gemeinde einen Eigenausbau angemeldet und geplant, die Ausbaugebiete mit Glasfaser anzubinden. Leider haben man die finale Wegesicherung nicht schnell genug erhalten, um fristgerecht ausbauen zu können. "Wir bedauern das. Es ist aber keinesfalls so, dass wir nicht aktiv waren, wie der Artikel der SZ suggeriert", so ein Telekom-Sprecher. Man dürfe nicht einfach bauen, man sei auf die Erteilung von Genehmigungen angewiesen.
 
In einem Gespräch mit dem Bürgermeister habe man dann diesen Sachverhalt dargelegt und ihm die Wahl gelassen: Entweder indem der Bonner Konzern den Klageweg beschreitet und später baut, oder die Stadtwerke übernehmen dies. Der Bürgermeister habe sich für letzteres entschieden.  (sg)