Hände hoch: Der Tür-zu-Tür-Pilot wird in den kommenden Jahrzehnten das Steuer übernehmen.
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Autonomes Fahren kommt erst nach 2040 in Fahrt

Zuerst wird der Autopilot das Steuer auf Autobahnen übernehmen und das obwohl er in Sachen Verkehrssicherheit auf Landstraßen viel dringender gebraucht werden würde.

Bis der Mensch ausschließlich zum Beifahrer der Künstlichen Intelligenz (KI) im Auto werden, gehen noch einige Jahre ins Land. Eine vom ADAC in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass mit einer Marktetablierung für selbstfahrende Autos frühestens 2040 gerechnet werden kann. Wenn es dann endlich autonom auf den Straßen zu geht, hat das zwar Komfortvorteile – mehr Sicherheit im Verkehr ist allerdings nicht zu erwarten.

Die Studienautoren vom Prognos-Institut haben auf Basis der aktuell 46,5 Mio. zugelassenen Autos in Deutschland und dem heutigen Technologiestandes für selbstfahrende Autos prognostiziert, wie sich dieses Mobilitätskapitel weiterentwickeln wird. Erste Unterschiede beim Marktdurchdringungspotenzial zeigen sich beim Blick auf die Straße.

Sicherheitspotenzial auf Landstraßen am größten

Vorreiterin für Automatisierungsfunktionen ist die Autobahn, dort wird der Autopilot ab 2020 bereits das Steuer übernehmen – allerdings nur in sehr geringem Umfang. Die Fahrleistung der autonom fahrenden Pkw wird sich laut Hochrechnung auf 2,4 Prozent beschränken. Anders sieht der Blick in die Zukunft bis 2050 aus: dann übernimmt die KI rund 40 Prozent aller gefahrenen Kilometer auf Deutschlands Autobahnen. Der Effekt für die Verkehrssicherheit hält sich trotzdem in Grenzen, denn nur ein Drittel aller Fahrleistungen werden auf der Autobahn erbracht. Außerdem ist der Anteil der Verkehrstoten mit zwölf Prozent auf Autobahnen relativ gering.

Viel mehr Potenzial hätte die Technologie im Landstraßennetz. Immerhin die Hälfte der Fahrtleistung geht über Land, doch autonom wird man dort frühestens ab 2040 unterwegs sein. Zehn Jahre weiter in der Zukunft werden immer noch erst vier Prozent der Strecken automatisiert zurückgelegt. Unbestritten bleibt jedoch, dass Assistenzsysteme, wie Notbrems- und Spurhalteassistenten schon heute die Verkehrssicherheit unterstützen. Zumindest teilautonom zeigt schon einmal Wirkung. (ls)