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Blockchain-Währung Bitcoin lässt Energieverbrauch explodieren

Neue Bitcoins brauchen viel Energie. Bis Ende 2018 könnte für deren Erzeugung der Stromverbrauch auf bis zu 7,67 GW wachsen. China soll anscheinend schon über ein Regulierung des sogenannten Minings nachdenken.

Bitcoin-Experte Alex de Vries, der für das Beratungsunternehmen PWC arbeitet, warnt in einem Fachbeitrag des Magazins "Joule" vor dem steigenden Energiebedarf durch das Bitcoin-Mining. Er hat den Stromverbrauch für das Bitcoin-Netzwerk berechnet, der sich ihm zufolge auf mindestens 2,55 Gigawatt beläuft – etwa so viel wie Irland in einem Jahr verbraucht (3,1 GW). Dabei geht er von einem Best-Case-Szenario aus, also dass nur die effizientesten Prozessoren beim Schürfen eingesetzt werden, die auf dem Markt erhältlich sind.

Das sogenannte Mining verbraucht viel Rechnerpower. Dabei wird allen beteiligten Rechnern vom Bitcoin-Netzwerk eine Aufgabe gestellt. Wer sie als Erster löst erhält 12,5 Bitcoins, das entspricht derzeit einem Wert von etwa 90 000 Euro, verdeutlicht die "Süddeutsche Zeitung".

Enormer Energiehunger

Bis Ende 2018 könnte laut de Fries' Berechnungen der Stromverbrauch für Bitcoins auf 7,67 GW wachsen – das wäre vergleichbar mit Österreich, das Land kommt auf einen Jahresverbrauch von 8,2 GW. Eine einzelne Überweisung verschlinge dem PWC-Experten zufolge umgerechnet so viel Strom wie ein Dreipersonenhaushalt in einem Vierteljahr. Insgesamt wären Bitcoins für etwa 0,5 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich, was er "schockierend" finde.

Im "Spiegel" wird de Fries in einem Interview konkreter: Der  Zahlvorgang mit einer gewöhnlichen Kreditkarte verbrauche ein bis zwei Wattstunden Strom, mit Bitcoin seien es dagegen etwa 300 Kilowattstunden. "Für eine einzige Transaktion! Dieses System, das so viel Energie frisst, wird für kaum etwas anderes benutzt als für Spekulation", zitiert das Blatt den Fachmann.

Ende des Bitcoin-Mining in Sicht?

Fries zufolge wird das Rennen zur Schaffung neuer Bitcoins so lange weitergehen, bis der investierte Strom mehr kostet, als die gewonnen Bitcoins einbringen. Wann das ist, lasse sich aber aufgrund vieler ungewisser Faktoren nicht vorhersagen. Laut der Süddeutschen Zeitung erwäge die chinesische Regierung inzwischen, das energieintensive Mining zu regulieren. Auch die EU soll sich schon mit dem Thema befassen, auch wenn hier wegen der hohen Strompreise bis auf einer Farm in Schweden kaum Rechenleistung für das Schürfen eingesetzt wird. (sg)