Glasfaser erreicht höhere Übertragungsraten als die Brückentechnologie Vectoring. Bild: A.Dreher / pixelio.de

Breitband: Telekom greift Wettbewerber an

Die Deutsche Telekom bezichtigt die Konkurrenz-Unternehmen beim Breitbandausbau der Rosinenpickerei. Der VKU kontert.

Dass die Wettbewerber über die Pläne der Deutschen Telekom zum Vectoring wettern würden, liege auch daran, "dass einige Wettbewerber gerne die Rosinen rauspicken", zitiert das "Handelsblatt" Niek Jan van Damme, Chef des Deutschlands-Geschäft der Telekom. Die Konkurrenz würde nur Teile eines Ortsnetzes ausbauen, während das Bonner Telekommunikationsunternehmen "alle Gebiete um die Hauptverteiler mit Vectoring erschließen wollen – ganz gleich, ob Stadt oder Land", heißt es weiter. Anlass war die Anhörung von Branchenvertretern bei der Bundesnetzagentur zu den Telekom-Vorschlägen zum Vectoring-Ausbau. Dabei beansprucht der Ex-Monopolist für sich, im Umkreis von 550 m um den sog. Hauptverteiler am Ortseingang exklusiv Vectoring ausbauen zu dürfen. 

Vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kam postwendend eine Antwort: „Bei allen aktuellen Diskussionen über den Einsatz von Vectoring oder der Ausgestaltung von Fördermitteln ist es vor allem wichtig, den flächendeckenden Glasfaserausbau als letztliches Ziel nicht aus den Augen zu verlieren", so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Das Ansinnen der Telekom zum Exklusiv-Einsatz von Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler laufe dem zuwider. Es leiste auch keinen Beitrag zu den derzeitigen Breitbandzielen der Bundesregierung. "Die letzten Jahre haben gezeigt: Es sind die kommunalen Unternehmen, die Verantwortung für ihr gesamtes Versorgungsgebiet übernehmen und Breitband in die Fläche bringen", bekräftigt Reck. (sg)