Auf gute Zusammenarbeit: (von links) NEDO-Geschäftsführer Dr. Hiroshi Kuniyoshi, OB Hansjörg Eger und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. Bild: Stadtwerke Speyer

Speyer startet smartes Eigenverbrauchsmodell

Zusammen mit der japanischen Organisation NEDO gehen die Stadtwerke Speyer in die Praxisphase ihres Smart-Community-Demonstrationsprojekts über.

Nach der theoretischen Testphase soll nun die praktische Umsetzung des Vorhabens "Lokale Energie-Produktion für den lokalen Verbrauch" folgen. Dazu unterzeichneten Vertreter der Kooperationspartner "NEDO" (New Energy and Industrial Technology Developmet Organization), Stadt und Stadtwerke Speyer (SWS) eine Absichtserklärung im Ältestenratszimmer des Historischen Rathauses. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer Wolfgang Bühring zeigte sich dankbar, dass Speyer als erste Stadt in Deutschland überhaupt als Partner von "NEDO" ausgewählt wurde.

Insgesamt investiert die größte öffentliche Einrichtung im Bereich Forschungs- und Entwicklungsmanagement in Japan, NEDO, 20 Mio. € in das dreijährige Prüfungsprojekt von Speyer. Die Stadtwerke stellen mit der Gemeinnützigen Wohnungsbau- und Siedlungs GmbH (GEWO) die logistischen Komponenten für das Modellprojekt zur Verfügung.

Im Detail geht es bei dem Smart-Community-Demonstrationsprojekt darum, Technologien für den Aufbau eines Eigenverbrauchsmodells zu untersuchen, einzuführen und zu demonstrieren. Geplant ist ein System von Batteriespeichern, Wärmespeichertechnologien mittels Pufferspeichern und Informations- sowie Kommunikationstechnologien (IKT), die den Verbrauch von lokal erzeugter Photovoltaik(PV)-Energie direkt vor Ort unterstützen. Daneben soll es dazu beitragen, die Kontrolle des Rückleistungsflusses von PV-Stromerzeugung zu verbessern – eine der wichtigsten Herausforderungen derzeit, so die Stadtwerke. Gesteuert wird das System über ein HEMS (Home Energy Management System). Dessen Funktionalität alsbald in einem realen Lebensumfeld getestet werden soll.

Die baulichen Maßnahmen sollen nach Auskunft von Mathias Reinhart, im Frühjahr 2016 beginnen. Reinhart hatte eine zuvor durchgeführte Machbarkeitsstudie seitens der Stadtwerke seit deren Auftakt im Mai 2014 begleitet. Die GEWO stellt zum Auftakt zwei Gebäude zu Forschungszwecken zur Verfügung – in Absprache mit den jeweiligen Mietern. Zum einen ein Gebäude mit 16 Parteien, in das eine zentrale Batteriespeicherlösung und eine PV-Anlage eingebaut werden. Zum anderen ein komplett saniertes Objekt, wo eine Parzellierung in eine 16-teilige Stromverteileranlage vorgenommen werden soll, so Reinhart. Im direkten Vergleich wolle man dann herausfinden, welche Lösung die energieeffizienteste ist. "Im Wesentlichen ist die Technologie ähnlich. Lediglich die Konstellation ist anders", so Reinhart. Geschäftsführer Bühring macht deutlich, dass an dem Demonstrationsprojekt nicht nur die Stadt Speyer, sondern ganz Deutschland bei der Entwicklung neuer Strategien partizipieren könne. Die Forschungsarbeit sei nicht für Luxusobjekte, sondern für den Massenmarkt gedacht.

Die Spitzentechnologie liefern in diesem Zusammenhang die Kooperationspartner von NEDO: NTT Docomo, NTT Facilities, Hitachi Chemical und Hitachi Information and Telecommunication Technologies. Nach Einschätzung des NEDO-Geschäftsführers Dr. Hiroshi Kuniyoshi, sollen die notwendigen Anlagen nach Projektende in den Besitz der SWS übergehen und von den Energieversorger weiter betrieben werden. (sg)