Zum Start ins Glasfaserzeitalter stellten sich zum Gruppenfoto (von links): Thorsten Moßmann (Bereichsleiter Glasfaser und Telekommunikation bei den Stadtwerken Rüsselsheim), Hans-Peter Scheerer (Geschäftsführer der Stadtwerke), Oberbürgermeister Patrick Burghardt, Carsten Schult (Geschäftsführer EVAS Softwarelösungen) und Stadtrat Nils Kraft (Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke). Bild: Stadtwerke Rüsselsheim

Datenautobahn bis ins Wohnzimmer

Die Stadtwerke Rüsselsheim starten morgen, 1. Feb., ins Glasfaserzeitalter: Ab dann können die ersten Kunden große Datenmengen schnell verschicken.

Der Zugang zu einem leistungsstarken Internet, das Geschwindigkeiten bis zu 250 Mbit/s beim Downloaden und bis zu 50 Mbit/s beim Uploaden ermöglicht, "ist für Rüsselsheim als bedeutenden Standort für Forschung und Entwicklung zukunftsweisend", sagte Oberbürgermeister Patrick Burghardt bei einer Pressekonferenz. Er betonte, dass er darin für den Gewerbestandort Rüsselsheim einen enormen Wettbewerbsvorteil sieht.

Mit ihrem ambitionierten Angebot, Glasfaser bis in die Wohnung anzubieten (fibre to the home, FTTH), sind die Stadtwerke in Hessen Vorreiter. In anderen Städten endet das Glasfaserkabel am Haus (FTTB/fibre to the building) oder Randstein (FTTC/fibre to the curb), der letzte Verbindungsabschnitt wird dann über schon vorhandene Telefon-Kupfer-Doppeladern oder Koaxialkabel geführt. Laut Thorsten Moßmann, Stadtwerke-Bereichsleiter Glasfaser und Telekommunikation, sind bisher 25 km Glasfaserkabel in der Stadt verlegt worden. Rund 250 Gebäude mit insgesamt 3000 Wohn- und Geschäftseinheiten wurden ans Netz angeschlossen.

Etwa 2,3 Mio. € haben die Stadtwerke bislang investiert. Weitere 2,5 Mio. € werden in diesem Jahr noch aufgewendet. Die Stadtwerke sind dabei auf allen drei Ebenen der Wertschöpfung beteiligt: beim Bau und Betrieb der Glasfaser, aber auch beim Vertrieb der Telekommunikations-Dienstleistungen über dieses Netz. "Das ist in Deutschland ziemlich einmalig und für Hessen ein Modellprojekt", sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, Hans-Peter Scheerer. Dass die Stadtwerke Internet, Fernsehen und Telefon aus einer Hand anbieten, hat Vorteile für den Kunden. In allen Fragen haben sie einen Ansprechpartner, und bei Problemen gibt es keinen Abstimmungsbedarf zwischen mehreren Anbietern. Bereits im September 2013 wurde vereinbart, dass die Stadtwerke nach und nach alle Wohnhäuser der gewobau mit Glasfaser versorgen - und die gewobau im Gegenzug bei Neubauten und Modernisierungen die Glasfaser in die Wohnungen verteilt. Zunächst werden Scheerer jedoch Anlaufverluste erwartet, bis das Glasfasernetz wirtschaftlich betrieben werden könne. Dies bringe der kapitalintensive Aufbau dieser Infrastruktur einfach mit sich. (hi)