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Internet schraubt Energieverbrauch hoch

Rechenzentren und Telekommunikationsnetze werden den Energiebedarf bis 2025 auf 25 TWh erhöhen. Auch der Breitband-Ausbau trägt seinen Teil dazu bei.

Wie schnell die Rechenleistung pro Kopf deutscher Internet-User steige und wie es sich hier mit der Energieeffizienz verhalte, wollten die Grünen in einer Kleinen Anfrage von der Bundesregierung wissen. Die Antwort: 2014 nutzten laut dem Digital-Index der Initiative D21 die Befragten das Internet täglich im Schnitt 2,21 Stunden. 2016 waren es 2,42 Stunden.

Bei der Energieeffizienz habe nach einer Studie des Fraunhofer IZM und des Borderstep Instituts ergeben, dass der technologische Fortschritt und europäische Standard einen Rückgang des durch IKT bedingten Stromverbrauchs um rund 15 Prozent gegenüber 2010 bewirkt hätten. Demnach sei der Energiebedarf der IKT in Deutschland zwischen 2010 und 2015 von 56 TWh auf knapp 48 TWh gesunken. Dieser Trend soll sich bis 2020 fortsetzen. Von 2025 an erwarte man jedoch einen leichten Anstieg von 45 TWh auf 46 TWh.

Trotz mehr Effizienz mehr Energie nötig


Wesentliche Treiber seien die technische Optimierung von IKT-Endgeräten wie Fernsehen, Monitoren und Computern, sowie eine intensive Nutzung energiesparender mobiler Produkte wie Smartphone, Tablets und Notebooks.

Demgegenüber zeichnet sich gemäß Studie in den Bereichen Telekommunikation und Rechenzentren ein gegenläufiger Trend ab. Trotzdem es erhebliche Verbesserungspotenziale gebe, wird der IKT-bedingte Energiebedarf von Telekommunikationsnetzen und Rechenzentren von 2015 bis 2025 leicht zunehmen und von 18 TWh auf 25 TWh ansteigen, heißt es dort.

Breitband-Ausbau auf dem Land sorgt für höheren Energiebedarf


Zurückzuführen sei die Entwicklung primär auf den zunehmenden Datenverbrauch in Haushalten, der insbesondere zu Spitzenzeiten am Abend technisch abgesichert werden müsse. In diesem Zusammenhang stehe auch der Ausbau der ressorucenintensiven Breitband-Flächenabdeckung ländlicher Gebiete.
"Der beschriebene Effekt könnte insbesondere mit Blick auf Telekommunikation und Rechenzentren als Rebound bezeichnet werden", so eine weitere Antwort der Bundesregierung. (sg)