In naher Zukunft könnte der Bau von Umspannwerken aus der Ferne überprüft werden.
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Revolution auf der Baustelle: E.ON investiert in HoloBuilder

Virtuelles Arbeiten wird nun auch für den Bausektor greifbar. Dafür beteiligt sich Eon am deutsch-amerikanischen Start-up HoloBuilder.

Der Fortschritt an Baustellen war bislang nur durch eine Beobachtung vor Ort kontrollierbar. Das Start-up HoloBuilder will unter Einsatz von 360°-Aufnahmen und künstlicher Intelligenz seinen Kunden jetzt ermöglichen, vom Ruhrgebiet aus mal eben gemeinsam mit dem bayerischen Kollegen auf der Berliner Großbaustelle nachzusehen, ob die Tiefbauarbeiten schon abgeschlossen sind und wann die neuen Leitungen geliefert wurden. An diesem Vorhaben beteiligt sich Eon mit einem strategischen Investment.

Dabei ermöglicht Holo-Builder nicht nur die "Live-Beobachtung", sondern auch "Zeitreisen". Bauverantwortliche können zu jedem beliebigen Zeitpunkt vor- und zurückspulen und so den Fortschritt besser nachvollziehen. Die Bilder für die Software liefert eine 360°-Kamera in Verbindung mit der sogenannten JobWalk App, mit Hilfe derer Mitarbeiter vor Ort die Kamera aktivieren und die Projektdokumentation vornehmen können.

Einsatz bei Netzprojekten

Eon will die Software künftig beim Bau von Netzprojekten wie Umspannwerken und Schaltanlagen einsetzen. In einem Pilottest hat der Eon-Netzbetreiber E.Dis den Einsatz für die Planung der Neukonzeption der Energieversorgung eines großen Berliner Hotels erfolgreich getestet. E.Dis CEO Alexander Montebaur sagt dazu: "Der Pilottest hat bereits eine deutliche Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten gezeigt und uns darin bestärkt, die HoloBuilder-Lösung künftig in unserem Gebiet breit auszurollen: Bei voraussichtlich mehr als 20 Großprojekten und über 500 kleineren Projekten pro Jahr wird die Software zum Einsatz kommen."

Auch der Eon-Netzbetreiber Avacon wird die Technik künftig beim Bau von Umspannwerken nutzen. Dadurch könnten 50 Prozent der Fahrtkosten eingespart werden, weil Vor-Ort-Termine auf den Baustellen reduziert werden könnten, so Marten Bunnemann, CEO von Avacon. (pm)