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Studie: Rollout kommt vor Kundenmehrwert

Laut einer Studie von Prego Services sind Prozessoptimierungen noch für viele Versorger auf dem Weg zu Utility 4.0 wichtiger als neue Geschäftsmodelle.

Energieunternehmen sehen sich selbst besser für die Digitalisierung aufgestellt als ihre Kunden. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie von Prego Services. Darin fragte das IT- und Businessunternehmen online in einem Zeitraum von mehreren Monaten, wie die Unternehmen ihre eigene Transformation zum Stadtwerk 4.0 derzeit einschätzen. Die 60 Teilnehmer der Befragung stammen zum überwiegenden Teil aus dem Topmanagement von Energie- und Wasserversorgungs-Unternehmen aller Größen.

Demnach glauben 71 Prozent der Studienteilnehmer, ihr Unternehmen sei von seiner generellen Struktur gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Deutlich weniger optimistisch schätzen die Manager dagegen die Kundenwahrnehmung ein. Lediglich 47 Prozent der Befragten denken, dass ihre Kunden ihr Unternehmen gut für die Digitalisierung aufgestellt sehen. Noch weniger, nämlich nur 44 Prozent sehen ihr Partnernetzwerk gut gerüstet.

Neue Geschäftsmodelle, Effizienzsteigerung und Wettbewerbsfähigkeit

Mit Utility 4.0 verbinden die Umfrage-Teilnehmer vor allem neue Geschäftsmodelle, durch die sich schon kurzfristig Vorteile generieren lassen. Darüber hinaus sehen die Befragten deutliche Effizienzsteigerungen sowie die Stärkung ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit durch die Digitalisierung. Mehr als 80 Prozent schätzen diese Themen vorrangig als wichtig ein.

Unterschiedliche Gewichtungen gibt es bei den jeweiligen Marktrollen: während der Vertrieb bei der Transformation zum digitalen Versorger besonders Vorteile bei Effizienzsteigerung und neuen Geschäftsmodellen erwartet, geht der Bereich Netz von deutlichen Vorteilen bei der Kundengewinnung aus.

Smart-Meter-Rollout steht ganz oben

Bei der Realisierung dieser Vorteile haben Effizienzsteigerungen für die meisten Unternehmen derzeit noch Vorrang vor neuen Geschäftsmodellen. Das zeigen die Antworten der Manager auf die Frage nach ihren strategischen Schlüsselprojekten. Am häufigsten wurden hier Smart-Meter-Rollout-Projekte genannt. Auf dem zweiten Platz liegen aber Projekte zur Optimierung vorhandener Prozesse. Projekte, die einen Kundenmehrwert schaffen, folgen erst auf Platz drei.

Interessant fand Prego Services selbst, dass Unternehmen, die SAP im Einsatz haben "die strategischen Vorteile einer SAP-HANA-Umstellung nicht wirklich erkannt werden". Anders als bei klassischen ERP-Systemen müssten hier etwa nur Anpassungen im Frontend – also an der Oberfläche, mit der der Nutzer arbeitet – vorgenommen werden und nicht der Kern der Software aufwändig umprogrammiert werden, um Geschäftsprozesse zu verändern.

SAP HANA als IoT-Plattform

Außerdem eigne sich SAP HANA auch als technologische Plattform für das Internet of Things (IoT). Auf diese Weise können Unternehmen Maschinen, Geräte schnell vernetzen und individuelle Anwendungen dafür entwickeln. Aus den Daten lassen sich zudem neue Geschäftsmodelle anbieten, die sich beispielsweise zur Optimierung des Energieverbrauchs der Kunden eignen. (sg)