War es ein Hacker? – Telekom prüft Hinweise

Derzeit gibt es laut Deutscher Telekom einen weltweiten Angriff auf Fernwartungsschnittstellen. Auch das Regierungsnetz soll betroffen gewesen sein.

Seit Sonntag waren bundesweit 900 000 Kundenanschlüsse der Deutschen Telekom gestört und konnten keine Internetverbindung aufbauen. Insgesamt hat die Telekom mehr als 20 Millionen Festnetzkunden. Betroffen waren die Router und hier auch nur bestimmte Modelle, nicht jedoch das Netz. Diese Geräte werden zur Einwahl in das Telekom-Netz benötigt, um telefonieren und surfen zu können. Ging man zuerst von einer Störung aus, spricht die Deutsche Telekom nun von einem Hackerangriff.

Das würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker beim Bonner Konzern nahelegen, zitieren mehrere Medien das Unternehmen. Die Telekom selbst spricht inzwischen von einem weltweiten Angriff auf Fernwartungsschnittstellen. So soll versucht worden sein, die Router mit einer Schadsoftware zu infizieren. Dies soll aber nicht funktioniert haben, dafür aber vier bis fünf Prozent der Geräte zum Absturz gebracht oder sie eingeschränkt haben.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) sehe das so. Tatsächlich äußerte sich die Bonner Behörde bereits: Die Angriffe auf die Telekom habe man auch in dem vom BSI geschützten Regierungsnetz registriert, heißt es dort. Aufgrund "funktionierender Schutzmaßnahmen" seien sie aber folgenlos geblieben. Das Amt hatte erst am 9. November den Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland herausgegeben und darin auf die Gefahren durch Hackerangriffe, insbesondere für Kritische Infrastrukturen hingewiesen.

Die Telekom hat nach eigenen Angaben das Problem inzwischen in Griff – bis heute Nachmittag sollen alle betroffenen Router wieder störungsfrei laufen. Dazu hat das Unternehmen Filter im Netz implementiert, die eine Neuinfektion von Geräten verhindern sollen. Geschädigte Kunden hingegen sollten ihren Router kurzzeitig vom Netz trennen, um ihn anschließend wieder neu zu starten. Denn nach einem Neustart befinde sich das Gerät wieder im Ursprungszustand. Ein anschließendes Software-Update würde den Fehler neutralisieren.

Kunden, die einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom haben, könnten sich außerdem einen Day-Flat-Pass freischalten lassen und so surfen. (sg)