Das zertifizierte Prüflabor von EnBW wird zwei Monate lang die Gateways von Landis+Gyr auf Herz und Nieren testen. Bild: EnBW

Rollout: EnBW und Netze BW prüfen finale Geräte von Landis+Gyr

Es geht Schlag auf Schlag: Landis+ Gyr legen als als erster Hersteller die nötigen Nachweise, um fünf Smart-Meter-Gateways für den Test im Wirkbetrieb produzieren zu dürfen – und damit vor Abschluss der BSI-Zertifizierung.

EnBW und Netze BW werden ab sofort fünf Smart Meter Gateways (SMGW) von Landis+Gyr testen, mit denen in Bälde der Start in die digitale Zählerwelt vorgesehen ist. Die Grundlage dafür bildet die neue ergänzende Regelung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hinsichtlich eines Lebenszyklustests für die Hersteller. Alle Beteiligten erwarten sich davon eine Zeitersparnis von mehreren Monaten.

Der Gesetzgeber stellt für die zukünftige SMGW Infrastruktur sehr hohe Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen. Um diese zu gewährleisten haben Hersteller und Messstellenbetreiber strenge Vorgaben zu erfüllen. Die entsprechende Zertifizierung der Smart-Meter-Gateways (SGWA) von mindestens drei Herstellern durch das BSI als Vorbedingung für den Start des Rollouts intelligenter Messsysteme ist noch nicht abgeschlossen. In diesem Rahmen ermöglicht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die praktische Durchführung sogenannter Lebenszyklustests mit bis zu fünf Geräten je Gateway-Hersteller.

Ergänzende Regelung macht es möglich

Mitte November hatte das BSI die dafür notwendige ergänzende Regelung zur Nutzung der ‚Smart Meter Public Key Infrastructure‘ (SM-PKI oder Wirk-PKI) veröffentlicht. Dahinter verbergen sich spezielle Anforderungen an eine sichere Produktion sowie an die Prozesse der Lieferung zum Gateway-Administrator (GWA). Als erster kann nun Landis+Gyr die geforderten Nachweise vorlegen, um fünf Geräte produzieren zu dürfen, berichtet EnBW.

„Damit können wir vor Abschluss der Zertifizierung im Rahmen der neuen Regelung des BSI die ersten Prototypen produzieren“, freut sich Stefan Hälg, Product Manager für Messsysteme beim Schweizer Zählerspezialisten. Gemäß den Regelungen können diese Geräte zwei Monate lang bei der EnBW in der sicheren und zertifizierten Umgebung des GWA getestet werden. Zusammen mit der Tochter Netze BW als Messstellenbetreiber (MSB) betreibt sie in Karlsruhe ein zertifiziertes Prüflabor, das bei der Entwicklung elektronischer Zähler und gerade der SMGW seit Jahren eine tragende Rolle spielt. „Wir können Geräte erstmals unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren“ prüfen, erläutert Elmar Albertsmeyer, Produktmanager intelligente Messsysteme bei der Netze BW. Die Tests finden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und unter ständiger Abstimmung mit dem BSI statt. Jeder einzelne Vorgang ist umfassend zu dokumentieren. Gemäß den Vorgaben sind im Anschluss die Zertifikate zu sperren und die Geräte zu verschrotten.

Hoffnung: Beschleunigung des Prozesses

Auf eine Beschleunigung durch die praktischen Erfahrungen auf Basis der längst zertifizierten PKI setzt auch Lothar Siebert. Er leitet bei der EnBW den Vertrieb der GWA-Dienstleistungen und erwartet, dass bei dem Test zudem das sogenannte „Interimsmodell“ seine Tauglichkeit belegt. Danach erhalten die Externen Marktteilnehmer ihre Daten aus den Gateways vorläufig über den MSB. (sg)