Das Digitalkonzept der Stadtwerke Emden geht weit über Smart Home Anwendungen hinaus.
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Emden auf dem Weg zur Smart City

Die niedersächsische Stadt hat sich vor einem Jahr in eine digitale Zukunft aufgemacht. Verkehr, Gebäude und Energie sollen smart werden. Mittlerweile gibt es erste Erfolge zu vermelden.

Ziemlich genau vor einem Jahr haben die Stadtwerke Emden und Siemens eine Kooperation für die Digitaloffensive in Ostfriesland geschlossen. Gemeinsam wollten sie damals in den kommenden fünf Jahren Gebäudetechnik, Verkehr und Parken, sowie die Energieversorgung smart machen. Erste Ergebnisse können sich schon jetzt sehen lassen.

Allen voran die Parkapp "Keptn": In Echtzeit erfasst sie die städtische Parksituation und zeigt dem User an, wo noch ein Parkplatz frei ist. Schon wenige Tage nach dem Launch nutzten bereits 30 Prozent aller Emdener die App. "Das zeigt uns, dass wir in Sachen Digitalisierung auf dem richtigen Weg sind," so Stadtwerke-Chef Manfred Ackermann. Künftig sollen zusätzliche Sensorik und Steuerungseinheiten für weniger Stop and Go sorgen, stattdessen soll der Verkehr bedarfsgerecht geregelt werden.

Energieeffizienz und Gebäudesicherheit

Ein weiterer Schwerpunkt der sogenannten "Smart City Vision" ist die Umrüstung des Energienetzes. Dazu wurde in einem ersten Schritt das Gesamtsystem in Emden visualisiert und berechnet, wie sich die Infrastruktur im Fall einer hundertprozentigen Versorgung durch Erneuerbare verändern müsste. Gleichzeitig wird das Internet of Things weiterentwickelt. Hier sollen alle relevanten Daten gesammelt und zusammengeführt werden. Ziel ist es, die Netztechnologie so zu ertüchtigen, dass Emden als CO2-neutraler Standort für die industrielle Produktion attraktiv wird.

Auch im Gebäudebereich haben sich die Stadtwerke und Siemens einiges vorgenommen: Verbraucher sollen durch Smart Home Anwendungen größtmögliche Transparenz über die Energieflüsse im Haus haben, was zu mehr Effizienz führen soll. Daneben soll eine intelligente Gebäudetechnik Wohnen und Leben sicherer machen. Brandbekämpfung und situative Anpassung von Fluchtwegen sollen künftig automatisch ablaufen. Vorerst wird daran gearbeitet, das Kulturviertel der Stadt an ein Energiemanagement-System anzubinden. (ls)