Ergebnisse zum Smart-Operator liegen vor

Großspeicher sind bei einer intelligenten Steuerung der Verteilnetze für Netzbetreiber noch nicht wirtschaftlich, so ein Fazit zum Smart Operator.

Eine intelligente Steuerung hilft, den Strom aus Erneuerbaren in lokalen Elektrizitätsnetzen besser zu verbrauchen, so das Ergebnis des Forschungs- und Entwicklungsprojekts Smart Operator. Umgesetzt wurde es in drei Feldtests in Rheinland-Pfalz und dem bayerischen Schwabmünchen von den Lechwerken (LEW) aus Augsburg und Innogy.

Dabei steuerte ein autonom arbeitender Rechner, der sogenannte Smart Operator, über einen sich selbst optimierenden Algorithmus vor Ort intelligente Geräte in Haushalten wie Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Wäschetrockner, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeboxen für Elektroautos. Anhand von Wetterprognosen wusste er, mit wie viel Einspeisung der Erneuerbaren-Quellen zu rechnen war. Laut den beiden Unternehmen ist es eine der umfassendsten Smart-Grid-Installation überhaupt.

Aufnahme von rund 35 Prozent mehr Strom im Verteilnetz


Nun nach drei Jahren Testbetrieb haben die Projektleiter die Abschlussbilanz vorgestellt. Demnach konnten die Ortsnetze in den drei Gebieten durch den Einsatz intelligenter Bausteine rund 35 Prozent mehr Strom aus lokal erzeugter, erneuerbarer Energie aufnehmen. Auch in den Haushalten mit intelligenten Geräten ließen sich bis zu 20 Prozent des Haushaltsbedarfs flexibel verschieben. Die Kunden konnten wählen, ob sie die Geräte sofort nutzen wollen, oder sie dem Smart Operator überließen.

In der Wertachau, nahe Augsburg, wo 23 Photovoltaik-Anlagen an sonnigen Tagen zur Mittagszeit regelmäßig mehr Strom produzierten, als die Siedlung verbrauchte, ließ sich der Überschuss durch das Smart Grid um bis zu ein Drittel reduzieren beziehungsweise zwischenspeichern.

Weiße intelligente Ware bisher nur geringes Lastverschiebungspotenzial


Das größte Lastverschiebungspotenzial in den Haushalten gab es bei Batterie- und Wärmespeichern – vor allem in Kombination mit einer Photovoltaikanlage – sowie den Ladeboxen für Elektroautos. Das Potenzial von Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspüler hingegen war vergleichsweise gering. Dies habe nicht nur an der hohen Energieeffizienz der Geräte gelegen, sondern, dass die Geräte auch ohne Ansteuerung meist zu jenen Zeiten liefen, in denen die lokalen Photovoltaik-Anlagen viel Strom erzeugten.

Intelligente Technik im Netz leistete ebenfalls seinen Beitrag: Mit fernsteuerbaren Lastschaltleisten ließen sich Stromflüsse im Ortsnetz umlenken, um die höhere Spannung durch Einspeisung besser zu verteilen. Hinzu kam ein regelbarer Ortsnetztransformator, der ebenfalls dazu beitrug, dass die Spannungsgrenzen im Netz besser eingehalten wurden. Ebenfalls positiv wirkte sich ein großer Batteriespeicher aus, der auf Ebene des Ortsnetzes bis zu 150 kWh Energie speichern konnte.

Großspeicher für Netzbetreiber nicht wirtschaftlich, für Haushalte schon


Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten habe sich der Einsatz eines solchen Großspeichers für Netzbetreiber nicht gerechnet, heißt es weiter. Für Haushalte dagegen war die Lastverschiebung wirtschaftlich positiv. Jene mit Photovoltaikanlagen und intelligenten Haushaltsgeräten konnten so ihren Eigenstromverbrauch erhöhen.

Um die Auswirkungen einer netzdienlichen Steuerung im Hinblick auf den Strompreis zu ermitteln, wurde die Verschiebung des Stromverbrauchs mit den Spotpreisen an der Börse korreliert. Demnach wäre für die Haushalte, einen entsprechenden variablen Tarif vorausgesetzt, die Lastverschiebung ohne Nachteil gewesen, über die gesamte Laufzeit wäre sogar ein kleiner finanzielle Vorteil entstanden, heißt es weiter.

Angebot für Stadtwerke zum Smart Grid


Auf die Ergebnisse aufbauend, haben beide Unternehmen eine Lösung erarbeitet, mit der sich vorhandene Ortsnetze schneller und umfassender als bisher analysieren lassen. Für Stadtwerke wird ein Angebot vorbereitet, mit dem einzelne Bausteine im Netz so gesteuert werden, dass die vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden kann. Im Projekt Designetz, eines der Vorhaben, die im Rahmen des Schaufensters intelligente Energie (SINTEG) umgesetzt werden, wird das Smart-Operator-Konzept weiterentwickelt, mit anderen Systemen vernetzt und auch auf Ebene der Mittelspannung eingesetzt. (sg)