Einer der wesentlichen Investoren im ersten privaten Venture Capital Fonds in den neuen Bundesländern: der Leipziger Erdgasversorger VNG. Bild: @ Eric Kemnitz/VNG

Erster privater Venture Capital Fonds in den neuen Bundesländern

Der Leipziger Gashändler VNG ist einer der Großinvestoren hinter dem neuen Wagniskapital-Fonds. Dieser hat als Schwerpunkt ein innovatives Wachstumsthema.

Intelligente Infrastruktur: Das ist das Feld, auf dem der Venture Capital Fonds (VC Fonds) "Smart Infrastructure Ventures" aktiv ist. Investiert wird deutschlandweit vor allem in Gründerteams mit skalierbaren Geschäftsmodellen aus den Bereichen Smart City, Energie & E-Health. Eric Weber, Gründer des Spin-Lab und Mitinitiator des VC Fonds, erläutert: "Aufgrund unserer einzigartigen Netzwerke in der Gründerszene erreichen wir einen qualitativ hochwertigen Dealflow. Dadurch ergeben sich attraktive Investitionsmöglich­keiten, vor allem in der Region Mitteldeutschland – natürlich auch außerhalb des Spin-Lab."

Spin-Lab ist zudem erfolgreicher Teil der bundesweiten "Digital-Hub"-Initiative der Bundesregierung und koordiniert in der den "Smart Infrastructure Hub", wo neben dem VC Fonds ein Forschungszentrum sowie ein Gebäude für Startups und Innovationsprojekte mit dem Schwerpunkt intelligente Infrastruktur entstehen. Außerdem zählt die Gründerhochschule HHL Leipzig Graduate School of Management zum engeren Netzwerk des Fonds. Im Beirat des Fonds sitzt Stephan Stubner, Rektor der HHL und Mitgründer von Trivago.

VNG AG und SAB als Ankerinvestoren

Hinter dem neuen VC Fonds "Smart Infrastructure Ventures" steht ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Energie- und Immobilienunternehmen, Banken sowie Unternehmern & Business Angels. Größte Investoren sind der Leipziger Gashändler VNG AG (VNG) und die Sächsische Aufbaubank (SAB). "Nun gilt es die Chancen der Digitalisierung im Bereich Smart Infrastructure, den direkten Zugang zu neuen Innovationen sowie zu interessanten Startups vor allem in den neuen Bundesländern zu nutzen", betont Björn Bauermeister, der den Fonds aufgebaut hat.

"Als Unternehmen mit Sitz in Leipzig ist VNG stark mit der Region Mitteldeutschland verbunden. Das Thema Innovation ist ein wichtiger Baustein unserer Strategie 'VNG 2030+'. Deshalb sind wir gern bereit, die regionale Gründerszene ganzheitlich zu unterstützen und diese Unterstützung gezielt auf die nächste Stufe zu heben", begründet Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied Finanzen/Personal das Engagement von VNG. "Unsere Region braucht innovative Ideen, Visionen und Ziele für die digitale Wende."

Gründer und Investoren als Entscheider

Die Rahmenbedingungen des Fonds überzeugen auch international erfahrene Investoren: Der Initiator Weber hat den Fonds gemeinsam mit den beiden Ex-Londonern Bauermeister, der ehemals übrigens Investment­banker bei BNP Paribas war, und Frohnert, zuvor Fondsmanager bei JPMorgan, aufgebaut. Diese beiden Geschäftsführer haben bereits erfolgreich als Business Angels in Start-ups investiert und waren zum Beispiel auch am Londoner "Einhorn" Revolut beteiligt.

Auch Gudrun Wojahn, Bereichsleiterin Kredit der SAB, betrachtet es als eine Hauptaufgabe der Förderbank des Freistaates Sachsen, Gründungen von Unternehmen zu unterstützen und betont: "Im Fokus steht dabei die Transformation universitären Wissens in wirtschaftliche Aktivitäten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Sachsen." Erste Investments des Fonds, der über ein Volumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich verfügen wird, sind für das dritte Quartal 2019 geplant. Aktuell kann der Fonds noch weitere Investoren aufnehmen. (sig)