Koppeln statt Abschalten: das nützt den erneuerbaren Energien Bild: © Rainer Sturm/Pixelio

IKEM-Experten empfehlen virtuelle Anlagenkopplung

Wenn verschiedene Produzenten erneuerbarer Energien virtuell zusammengeschaltet werden, können sich enorme Synergien ergeben. Das würde Ressourcen sparen und die Sicherheit erhöhen.

Das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) hat im Auftrag des Landeministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern eine sogenannte Experimentierklausel erarbeitet, die die Rahmenbedingungen für Bau und Planung von Kraftwerken mit Sektorenkopplung verbessern soll. Unter dem Begriff "Anlagenkopplung" schlägt das IKEM regulatorische Änderungen vor, um Power-to-X-Projekte wirtschaftlich und kurzfristig umsetzbar zu machen.

Unter "Anlagenkopplung" versteht das IKEM eine virtuelle Verbindung zwischen EE-Erzeugungsanlagen, Speicheranlagen und Sektorenkopplungsanlagen – zum Beispiel Power-to-Gas-Elektrolyseure – über das Netz oder eine Direktleitung. Diese IT-gesteuerte Kopplung ermögliche ein gezieltes, netz- und systemdienliches Erzeugungs- und Entnahmemanagement. Zur Umsetzung von Anlagenkopplungs-Projekten schlägt das IKEM deren Einbeziehung in Innovationsausschreibungen vor. Solche Experimentierklauseln könnten aber auch außerhalb von Ausschreibungen umgesetzt werden.

Das Motto: "Nutzen statt Abregeln"

Die Erzeuger von erneuerbaren Energien werben dafür, das klimapolitische Potenzial und die industriepolitischen Chancen einer über alle Sektoren getragenen modernen Energiewirtschaft zu heben. Einer erfolgreichen Sektorenkopplung stehen allerdings weiterhin Probleme durch die Systematik der Abgaben und Umlagen im Weg. Der IKEM-Vorschlag könnte dazu dienen, die Finanzierbarkeit von Zukunftsprojekten zu verbessern, weil Stromnebenkosten wie die EEG-Umlage erst gar nicht anfielen.

"Es gilt jetzt zügig Innovationspfade zu beschreiten, um Skaleneffekte zu erzielen und die verschiedenen Power-to-X-Lösungen nach vorn zu treiben", machte Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie und des Bundesverbandes Windenergie, bei der Vorstellung der IKEM-Studie in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Berlin deutlich. Kurzfristig könne dieser Vorschlag eine Brücke sein, um Power-to-X in industriellem Umfang zu erproben. (sig)