Mehr Tempo beim Rollout

Mehr Personal beim BSI soll dabei helfen, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Markteinführung von Smart Metern kommt.

Mit einer Personalaufstockung im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) möchte die Bundesregierung mehr Dampf bei der Markteinführung intelligenter Messsysteme (Smart Meter) machen. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.

30 zusätzliche Planstellen sollen hierzu "in Kürze" beim BSI besetzt werden. Diese sind im Bundeshaushalt 2017 vorgesehen. Damit könnte ein zentrales Nadelöhr für den gesetzlich vorgesehenen Einbau von Smart Metern beseitigt werden, der eigentlich schon Anfang Januar dieses Jahres beginnen sollte. Doch derzeit hat das BSI noch keine drei Systeme als datensicher zugelassen. Dies ist jedoch laut § 30 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) Voraussetzung für den Start.

 

Roadmap spätestens bis Ende Juni

 

Bis spätestens Ende Juni möchte die Regierung eine Roadmap "Standardisierungsstrategie zur sektorübergreifenden Digitalisierung nach dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" veröffentlichen. Diese soll auch konkrete Zeitpläne für die Aufstellung der Anforderungen an eine "technisch abgestimmte Spezifikation" der Smart-Meter-Gateways enthalten. Diese Steuerboxen, die Daten versenden und empfangen können, bilden zusammen mit den digitalen Stromzählern ein intelligentes Messsystem.

Informationskampagne soll kommen

Ausgebaut werden soll zudem das Informationsangebot zu Smart Metern. "Die Bundesregierung wird mit Blick auf den bevorstehenden Rollout intelligenter Messsysteme das bisherige Online-Angebot zu einem umfassenden Informationsangebot ausbauen", heißt es in der Antwort. Die Bündnis-Grünen verwiesen in ihrer Anfrage auf eine aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Bundesverband, wonach unter 1000 Befragten gerade einmal acht Prozent wissen, was Smart Meter genau sind.

Bündnis-Grüne: Runter von der Bremse

Den Bündnis-Grünen sind diese Ankündigungen zu wenig ambitioniert. "Smart Meter fristen bei der Bundesregierung weiter ein Nischendasein. Obwohl sie ein wichtiger Eckpfeiler der Energiewende sein können, hat die Bundesregierung mit dem Digitalisierungsgesetz die Potenziale verkannt", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer gegenüber der ZfK. Obwohl das Thema seit Jahren diskutiert werde, gebe es bis heute keine Informationsoffensive der Bundesregierung noch seien die vorgesehenen Personalstellen bisher besetzt. "Damit ist auch nicht verwunderlich, dass Deutschland beim Thema Digitalisierung der Energiewende im internationalen Vergleich weiter auf der Bremse steht. Während sich in Deutschlands Kellern noch Uraltzähler drehen, sind in fast allen EU-Staaten bereits Regeln zur Einführung intelligenter Messsysteme erlassen und digitale Messsysteme eingebaut", so Krischer. (hcn)