Von links: Die Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Lommetz und Ekkehard Boden, Bürgermeister Reiner Breuer, Stadtwerke-Aufsichtsratschef Jörg Geerlings und Markus Zdrallek von der Bergischen Universität Wuppertal stellten in einer Neusser Umspannanlage das Forschungsprojekt „Electric City Neuss“ der Öffentlichkeit vor. Bild: © Stadtwerke Neuss

Neuss forscht am Stromnetz der Zukunft

Energienetze, Ladeinfrastruktur und Eigenerzeugung werden in Neuss in Quartiere integriert. Dazu haben die Stadtwerke, die Stadt und die Bergische Universität Wuppertal das Projekt "Electric City Neuss" gestartet.

In der Electric City Neuss werden Strom, Gas, Mobilität und Wärme kombiniert. Die Stadtwerke Neuss haben dazu mit der Stadt und der Bergischen Universität Wuppertal das dreijährige Forschungsprojekt gestartet. Ziel ist es, ein ganzheitliches Quartierskonzept zu entwickeln. Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben liegen bei etwa zwei Millionen Euro. Insgesamt wird es mit 1,26 Mio. Euro gefördert. Davon stammen rund 920.000 aus dem Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit rund 340.000 Euro.

Im ersten Projektschritt werden von den Stadtwerken und der Universität Wuppertal vier Neusser Quartiere auf Technologie und Potenzial für die Versorgung der Zukunft analysiert. Im zweiten Schritt sollen in zwei ausgewählten Quartieren verschiedene Einspeiser und Lasten betrachtet und dann in ein Regelungskonzept eingebunden werden. Dazu zählen Windenergie- und Photovoltaikanlagen, aber auch die unterschiedlichen Bedarfe von ortsansässigen Unternehmen. Auch soll sich der Anteil der Elektrofahrzeuge im Neusser Stadtgebiet erhöhen. Dafür wird ein Netz-Regelungskonzept entwickelt.

Intelligente Ladesäuleninfrastruktur

Hinzu kommen der Aufbau einer intelligenten Ladesäuleninfrastruktur und die Weiterentwicklung des Konzepts "mobile Ladesäule". "Das Ambitionierte an diesem Forschungsprojekt ist der ganzheitliche Ansatz, Energienetze, Ladeinfrastruktur und Eigenerzeugung im Bereich der Erneuerbaren in bestehende und künftige Quartiere zu integrieren", erklärt Ekkehard Boden, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Neuss. Bürgermeister Reiner Breuer weist darauf hin, dass es bei der E-Mobilität auch darum gehe, die Bürger mit Infoveranstaltungen und Workshops an dem Projekt zu beteiligen. Die daraus gewonnenen Ergebnisse sollen in die Parkraumgestaltung einfließen.

Für die beiden ausgewählten Quartiere wird die Stadt Neuss mit den Projektpartnern ein Mobilitäts- und Ladesäuleninfrastrukturkonzept skizzieren. Daraus ergibt sich dann das "Gesamtkonzept für das energetische Quartier der Zukunft". Die Quartiere sollen im Rahmen des Forschungsprojektes noch errichtet und einem realen Feldtest unterzogen werden. Federführend bei dem Projekt sind die Stadtwerke Neuss. Involviert sind zudem auch die Stadtwerke-Tochter Neusser Bäder und Eisporthalle sowie als assoziierte Partner die "gc Wärmedienste GmbH", die Westnetz GmbH und die Dresen Gruppe aus Neuss. Die wissenschaftliche Begleitung der Bergischen Universität Wuppertal ist die Basis dafür, dass das Projekt später auch auf andere regionale Energieversorger und deren Quartiere übertragbar ist. Der Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Hochschule ist seit vielen Jahren im Bereich der Grundsatz- und Aufbauplanung elektrischer Energieversorgungsnetze tätig. (sg)