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Sonnen nimmt am nächsten Blockchain-Projekt teil

Stromspeicher-Hersteller Sonnen aus dem Allgäu beteiligt sich am EU-Projekt "NEMoGrid". Dort wird der künftige Energiehandel zwischen einzelnen Haushalten per Blockchain getestet.

Mit Tennet untersucht Sonnen seit vergangenem Jahr in einem Pilotptrojekt, wie sich das Stromnetz per Blockchain stabilisieren lässt. Es war eines der ersten deutschen Blockchainprojekte, die 2017 anliefen. Jetzt hat der Stromspeicher-Hersteller und Betreiber der eigenen Angaben größten Stromsharing-Plattform ein neues Projekt in Angriff genommen: "NEMoGrid". Daran nehmen verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, der Schweiz und Schweden teil.

In dem Projekt wird untersucht, welche wirtschaftlichen und technischen Auswirkungen der Stromhandel zwischen privaten Haushalten in einer Region hat. Etwa, wenn sie ihren selbst erzeugten Solarstrom an andere Haushalte verkaufen. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich unterschiedliche Stromtarife zu unterschiedlichen Zeiten oder der direkte Peer-to-Peer-Handel auf die Stromkosten, aber auch auf die Stabilität der lokalen Verteilnetze auswirken. Dazu werden unterschiedliche Szenarien simuliert, beispielsweise wie sich der direkte Handel in einer Region auf die Strompreise auswirkt. Zudem werden die vielversprechendsten Szenarien in Testgebieten in der Schweiz und Schweden in der Praxis getestet.

Im Idealfall werden teure Netzeingriffe vermieden

Das Projekt soll Erkenntnisse liefern, wie sich flexible Strompreise und die Netzstabilität auf lokaler Ebene bestmöglich kombinieren lassen. Die Erkenntnisse könnten sich dann auch auf größere Regionen übertragen lassen. "Im Idealfall handeln die Menschen Strom und stabilisieren gleichzeitig die lokalen Netze, so dass teure Netzeingriffe möglichst vermieden werden", sagt Jean-Baptiste Cornefert, Geschäftsführer von Sonnen E-Services. Blockchain sei dabei die richtige dezentrale Technologie, um solch ein sich selbst ausgleichendes System in Echtzeit zu steuern. Haushalte sowie Verteilnetzbetreiber hätten hier Transparenz über jede Kilowattstunde, die zwischen den Teilnehmern gehandelt wird. Gleichzeitig sind die Transaktionen transparent und es fallen keine zusätzlichen Kosten für den Stromhandel an.

An dem von der EU geförderten Projekt sind außerdem das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Württemberg (ZSW) in Stuttgart beteiligt, die TU Chemnitz (Professur für Allgemeine Psychologie und Arbeitspsychologie), Slock.it aus Mittweida, die Gemeinde Wüstenrot aber auch europäische Partner wie Upplands Energie, Ngenic.se und Sustainable Innovation aus Schweden oder die Fachhochschule Südschweiz (SUPSI). (sg)