Stadtwerke wollen Messstellenbetrieb behalten

Der Großteil der Teilnehmer der einjährigen Trianel-Stadtwerke-Roadshow tendiert bei der Rolle des Smart-Meter-Gateway-Admins zu Software-as-a-Service.

"Der Großteil der Stadtwerke zielt auf ein Höchstmaß an Eigenständigkeit im Messwesen und wird über Software-as-a-Service(SaaS)-Lösungen die Integration der Gateway-Administrationsprozesse umsetzen", sagt Jürgen Bonin, Bereichsleiter Produktmanagement neue Dienste von "rku.it". Das ist eines der Ergebnisse der gemeinsamen bundesweiten Roadshow der Stadtwerke Kooperation Trianel und des Service-Providers für IT-Lösungen. Insgesamt fanden 25 Termine statt.

In den vergangenen zwölf Monaten haben beide Unternehmen mit rund 180 Stadtwerken die Anforderungen an den Smart-Meter-Rollout diskutiert und Vorbereitungen zur Umsetzung eingeleitet. "Alle Stadtwerke mit denen wir gearbeitet haben, wollen ihre Grundzuständigkeit behalten", lautet ein weiteres Fazit.

Große tendieren zum Eigenbetrieb

Im Detail ergibt die Umfrage unter den Stadtwerken, dass große Energieversorger mit über 500 000 Zählern die technische Umsetzung des intelligenten Messstellenbetreibers im Eigenbetrieb vorantreiben wollen. Ein komplettes Outsourcing favorisieren hingegen diejenigen, die über weniger als 25 000 Zähler verfügen.

Allerdings haben bisher nur wenige Unternehmen mit dem Aufbau des dazugehörigen Informations-Sicherheits-Management-System (ISMS) und der dazugehörigen Zertifizierung begonnen.

Intelligenter Messstellenbetrieb Top-Thema auf der E-World

Auf der Essener E-World nimmt das Thema Smart-Metering ebenfalls kräftig Fahrt auf. Mehrere Gateway-Administrations-Dienstleister bestätigten, dass dies das Thema schlechthin sei. Weit abgeschlagen, aber auch noch von Interesse sei die ISMS-Einführung. Bei den Stadtwerken würden die Anfragen im Bezug des intelligenten Messstellenbetriebs konkreter. Viele warten aber mit der endgültigen Entscheidung noch ab, da die vom BSI zertifizierten Smart-Meter-Gateways noch fehlen würden, war ebenfalls ein generelles Fazit. Erst dann gilt die Umsestzungsfrist von zehn Prozent in drei Jahren.

Die Branche geht derzeit davon aus, dass die Geräte Ende 2017 verfügbar sein werden, manche vermuten sogar erst Anfang 2018. Insgesamt geht es deutschlandweit laut der Bundesnetzagentur um 4,7 Millionen Entnahmestellen, die mit intelligenten Messsystemen aufgerüstet werden sollen. Davon sind laut Trianel folgende Gruppen betroffen:

  • etwa 300 000 Entnahmestellen mit mehr als 100 000 kWh jährlich
  • etwa zwei Millionen Entnahmestellen mit einem Verbrauch von 10 000 bis 100 000 kWh jährlich
  • und etwa 2,4 Millionen Entnahmestellen mit einem Verbrauch zwischen 6000 und 10 000 kWh pro Jahr


Zudem gibt es noch etwa 5,2 Entnahmestellen mit 4000 bis 6000 kWh und etwa 33 Millionen Entnahmestellen mit weniger als 4000 kWh, die optional ausgebaut werden können. (sg)