Start von Forschungsprojekt zum Stromsparen

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsordnung (RWI) führt eine großangelegte Studie durch. Energieversorger können teilnehmen.

Das RWI untersucht in einem zweijährigen Projekt, ob Stromkunden durch Informationen rund um ihr Verbrauchsverhalten sensibilisiert werden und damit weniger Energie verbrauchen. Eine weitere Fragestellung der Studie "Strom sparen durch Sensibilisierung" beschäftigt sich damit, wie eine mögliche Energieeinsparung am besten geschieht.

Vorbild ist ein Projekt aus den USA. Dort zeigte der Ökonom Hunt Allcott 2011, dass eine solche Sensibilisierung zum Erfolg führen kann: Nachdem eine Gruppe von Haushalten Infobriefe mit Einspartipps und dem Vergleich des persönlichen Stromverbrauchs mit den Haushalten aus der Nachbarschaft erhielten, sank der Verbrauch dauerhaft um durchschnittlich 2 %. Bei den Haushalten, die keine Briefe bekamen, gab es hingegen keine Änderung.

"Wir sind gespannt, ob dieser Effekt auch bei Stromkunden in Deutschland eintreten wird", erklärt Prof. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern leitet er die von der Stiftung Mercator geförderte Studie.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Startphase. Die Forscher des RWI wählen  die Energieversorger aus, die an der Studie teilnehmen sollen. Interessierte Anbieter haben noch die Möglichkeit, sich zu melden und sich zu beteiligen. Für Unternehmen, die zwischen 20 000 bis 500 000 Zählpunkte versorgen, biete das Projekt eine interessante Möglichkeit, Kunden für das Thema Smart-Meter zu sensibilisieren, so die Düsseldorfer Beratungsfirma Brandseven, die das Projekt unterstützt. Daneben können künftige EU-Vorgaben bereits jetzt in die betriebliche Praxis integriert werden.

Im nächsten Schritt soll eine repräsentative Stichprobe der Stromkunden gezogen werden. 40 000–80 000 Haushalte werden in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe bekommt innerhalb eines Jahres mehrfach Briefe mit Informationen zum Stromverbrauch und Tipps, wie man Strom sparen kann. Die zweite Gruppe erhält ebenfalls Infobriefe, aber mit anderem Inhalt. Darin wird der Stromverbrauch des Haushalts mit dem anderer Haushalte verglichen und bewertet. Die dritte Gruppe dient als Kontrollgruppe und erhält keine Briefe. Die Auswertung erfolgt nach einem Jahr.

Kooperationspartner und ideelle Förderer sind die Energieagentur NRW, die Innovation City Management GmbH sowie der Regionalverband Ruhr. Kontaktmöglichkeiten gibt es zu einem der Projektleiter Dr. Mark Andor oder zum Beratungsunternehmen Brandseven. (sg)